29.11.2017, 06:18 Uhr

Rangun (AFP) Franziskus feiert in Rangun Freiluftmesse mit rund 150.000 Gläubigen

Franziskus in seinem Papamobil. Quelle: AFP/Ye Aung THU (Foto: AFP/Ye Aung THU)Franziskus in seinem Papamobil. Quelle: AFP/Ye Aung THU (Foto: AFP/Ye Aung THU)

Große Freude bei Katholiken über ersten Papst-Besuch in dem Land

Bei seinem Besuch in Myanmar hat Papst Franziskus vor rund 150.000 Gläubigen eine Messe unter freiem Himmel zelebriert. Das Kirchenhaupt begrüßte am Mittwoch die Menge in Rangun mit "Minglabar", was "Hallo" in der Landessprache bedeutet. "Ich kann sehen, dass die Kirche hier lebendig ist", sagte Franziskus. Zuvor hatte er vom Papamobil aus den zahlreichen Gläubigen zugewunken.

Von den rund 51 Millionen Einwohnern von Myanmar sind nur etwa 700.000 Menschen katholisch. Die Mehrheit der Bevölkerung ist buddhistisch. Zu der Papst-Messe waren Katholiken aus dem ganzen Land angereist. "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich ihn jemals in meinem Leben sehen werde", sagte die 81-jährige Meo. Sie hatte den weiten Weg aus dem nordöstlichen Bundesstaat Shan auf sich genommen.

Franziskus ist der erste Papst, der Myanmar besucht. Die Reise gilt wegen der Krise um die muslimische Rohingya-Minderheit in dem südostasiatischen Land als heikel. Bei einem Treffen mit Myanmars De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi hatte Franziskus am Dienstag zur "Achtung jeder Volksgruppe" aufgerufen, die gewaltsam unterdrückte Rohingya-Minderheit aber nicht beim Namen genannt.

Ranguns Erzbischof Charles Bo hatte dem Papst vorab empfohlen, in Myanmar die Bezeichnung "Rohingya" nicht zu verwenden. Damit wollte er offenbar die katholische Minderheit in dem Land vor Anfeindungen schützen. In der Vergangenheit hatte sich der Papst mehrmals besorgt über die Lage der Rohingya geäußert.

Bereits am Montagabend hatte Franziskus Myanmars mächtigen Armeechef Min Aung Hlaing getroffen, der für das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die Rohingya verantwortlich gemacht wird. Für Mittwoch stand noch ein Treffen mit buddhistischen Geistlichen auf seinem Programm. Am Donnerstag reist der Papst ins Nachbarland Bangladesch weiter.

Die muslimischen Rohingya werden in Myanmar seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August war der Konflikt eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Seither wurden durch das Militär hunderte Rohingya getötet, rund 620.000 Rohingya flüchteten nach Bangladesch. Am kommenden Dienstag berät der UN-Menschenrechtsrat in einer Sondersitzung über die Rohingya-Krise.


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