31.08.2017, 11:53 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Seoul (AFP) USA demonstrieren mit Kampfjets Stärke gegen Nordkorea

USA und Südkorea lassen Kampfflugzeuge aufsteigen. Quelle: South Korean Defence Ministry/AFP/handout (Foto:South Korean Defence Ministry/AFP/handout)USA und Südkorea lassen Kampfflugzeuge aufsteigen. Quelle: South Korean Defence Ministry/AFP/handout (Foto:South Korean Defence Ministry/AFP/handout)

Russland und China warnen vor Militäreinsatz und verschärften Sanktionen

Im Atomkonflikt mit Nordkorea haben die USA und ihre Verbündeten militärische Stärke demonstriert und zugleich verschärfte Sanktionen angedroht. Kampfflugzeuge der USA und Südkoreas stiegen am Donnerstag über der koreanischen Halbinsel auf, wie die Luftwaffe in Seoul mitteilte. Russland warnte die USA mit Nachdruck vor einem Militäreinsatz. China warf Washington, London und Tokio angesichts neuer Sanktionsdrohungen einen "destruktiven" Kurs und mangelnde Dialogbereitschaft vor.

Zwei US-Langstreckenbomber vom Typ B-1B "Lancer" und vier Tarnkappenflugzeuge vom Typ F-35B beteiligten sich an dem nicht angekündigten Militärmanöver mit Südkorea. Auf Bildern des Verteidigungsministeriums in Seoul sind zudem vier südkoreanische Kampfjets zu sehen, die Bomben auf dem Übungsplatz Pilseung rund 150 Kilometer südlich der Grenze zu Nordkorea abwerfen.

Es handele sich um eine Luftabwehrübung in Reaktion auf "die wiederholten nordkoreanischen Raketentests und die Entwicklung von Atomwaffen" durch Pjöngjang, hieß es in der Erklärung aus Seoul. Sie sei unabhängig von dem jährlichen Manöver namens "Ulchi Freedom Guardian" (Wächter der Freiheit), das am Donnerstag nach zwei Wochen zu Ende ging und an dem sich zehntausende Soldaten aus den USA und Südkorea beteiligten. Dabei wurde mit Hilfe von Computern ein Angriff Nordkoreas simuliert.

Die an der Kampfjet-Übung beteiligten US-Langstreckenbomber sind auf der Pazifikinsel Guam stationiert, wo Washington eine Militärbasis mit tausenden Soldaten unterhält. Nordkorea hatte Anfang August mit einem Raketenangriff auf Ziele bei Guam gedroht, zuvor hatte US-Präsident Donald Trump der nordkoreanischen Führung mit "Feuer und Wut" und damit mit einem Militäreinsatz gedroht.

Russland warnte die USA am Donnerstag erneut vor einem Militäreinsatz gegen Nordkorea. "Die Folgen wären unübersehbar", sagte Außenminister Sergej Lawrow nach Moskauer Angaben in einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson. Auch eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Nordkorea sei "kontraproduktiv und gefährlich".

Ungewöhnlich scharf äußerte sich auch China. Das Außenministerium in Peking warf den USA, Großbritannien und Japan eine "destruktive Rolle" in dem Konflikt vor. "Einige Länder ignorieren einseitig die Notwendigkeit zum Dialog", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch auf Twitter verkündet: "Reden ist nicht die Lösung." Die USA hätten seit 25 Jahren erfolglos mit Nordkorea den Dialog gesucht.

Die britische Premierministerin Theresa May sagte bei einem Besuch in Tokio, sie wolle die Pläne für verschärfte Sanktionen des UN-Sicherheitsrats gemeinsam mit Japan vorantreiben. Wie sie die Vetomächte Russland und China zur Zustimmung bringen will, sagte sie nicht.

In scharfen Worten verurteilte May den Abschuss einer nordkoreanischen Rakete über Japan am Dienstag. "Wir sind uns einig, dass der Druck auf Nordkorea erhöht werden muss", erklärte sie nach einem Gespräch mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe. Gemeinsam mit Abe nahm sie auch an einem Treffen des Nationalen Sicherheitskabinetts teil - als zweiter ausländischer Staatsgast überhaupt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte zuvor mit weiteren Raketentests über Japan mit dem Ziel Pazifik gedroht. Das japanische Verteidigungsministerium hat deshalb eine erneute Erhöhung seines Budgets auf umgerechnet gut 40 Milliarden Euro beantragt.

Nordkorea verschärfte erneut den Ton gegenüber Tokio. Das Bündnis Japans mit den USA beschleunige "die Selbstzerstörung" des Landes, erklärte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Tokio dürfe nicht weiter blind Washington folgen.


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