29.08.2017, 19:51 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Corpus Christi (AFP) Trump nennt Ausmaße des Tropensturms "historisch"


US-Präsident besucht von "Harvey" getroffenes Katastrophengebiet in Texas

Bei seinem Besuch in Texas hat US-Präsident Donald Trump die Ausmaße des Sturms "Harvey" als "historisch" beschrieben. "Es ist historisch, es ist episch, aber ich sag's euch: Es ist in Texas passiert - und Texas kommt mit allem klar", sagte er am Dienstag (Ortszeit) in der vom Hurrikan verwüsteten Stadt Corpus Christi. Nach einem Dammbruch forderten die Behörden alle betroffenen Anwohner der Columbia-Seen zur sofortigen Evakuierung auf.

Der Sturm "Harvey" sorgt in der Millionenmetropole Houston und anderen Orten in Texas seit Freitag für Chaos. Straßen wurden überflutet, Krankenhäuser und Flughäfen mussten schließen. Mindestens sechs Menschen kamen bislang bei dem Unwetter ums Leben.

Trump war mit seiner Frau Melania in das Flutgebiet gereist, um sich ein Bild von den Verwüstungen zu machen. Die texanische Küstenstadt Corpus Christi war in der Nacht zum Freitag mit voller Wucht von dem Sturm getroffen worden. "Wir lieben euch, ihr seid besonders, wir sind hier, um uns um euch zu kümmern", rief der Präsident Zuschauern in einer spontanen Ansprache zu.

Bei einer Krisensitzung erklärte Trump: "Niemand hat jemals etwas Vergleichbares gesehen." Dort beriet er sich unter anderem mit dem republikanischen Gouverneur des Bundesstaates, Greg Abbott.

Am Dienstag wurden weitere Folgen des Sturmes spürbar. Nach einem Dammbruch forderten texanische Behörden alle betroffenen Anwohner zur sofortigen Evakuierung auf. "Sofort raus jetzt!!", schrieb die Verwaltung des Kreises Brazoria im Kurzbotschaftendienst Twitter. Der Damm an den Columbia-Seen südlich der Großstadt Houston habe unter dem Druck der Wassermassen nachgegeben.

Ein Richter habe eine verbindliche Evakuierungsanordnung für alle Anwohner erlassen, teilte der Landkreis in einer Erklärung mit. Die Behörden empfahlen den Abreisenden, eine Notunterkunft im Landkreis Bell in rund 370 Kilometer Entfernung anzusteuern.

Vor seinem Besuch in Texas hatte der Präsident die Hoffnung geäußert, das Krisenmanagement im Zusammenhang mit dem Sturm werde einst Vorbildfunktion haben. Trump hatte für Texas und den benachbarten Bundesstaat Louisiana den Katastrophenfall ausgerufen.

"Harvey" ist die erste Naturkatastrophe, die die USA seit dem Beginn von Trumps Amtszeit erschüttert. Bilder von Ex-Präsident George W. Bush, der sich vor genau zwölf Jahren in der Air Force One in sicherem Abstand über das von Hurrikan "Katrina" überflutete New Orleans fliegen ließ, sind unvergessen und hingen Bush lange nach.

Zwar befindet sich "Harvey" aktuell im Golf von Mexiko, am Dienstagabend oder Mittwoch soll er jedoch wieder auf US-Festland treffen. In Teilen der Bundesstaaten Texas und Louisiana müssen Einwohner nach Angaben des nationalen Hurrikanzentrums noch tagelang mit schweren Regenfällen rechnen.

In New Orleans in Louisiana hatte es am Dienstagmorgen bereits geregnet; die örtliche Wetterbehörde sagte voraus, dass bald Sturzfluten eintreten würden. Der Tropensturm ist für die Stadt besonders gefährlich, weil sie unterhalb des Meeresspiegels liegt.

Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema hatte am Montag mitgeteilt, voraussichtlich müssten mehr als 30.000 Flutopfer in Notunterkünften untergebracht werden. Fema-Chef Brock Long sprach von einem Unwetter historischen Ausmaßes.

Der Präsident wollte nach seinem Kurzbesuch in der Hafenstadt eigentlich in Texas' Hauptstadt Austin weiterreisen. Doch seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders sagte, der Zeitplan könne sich wegen des anhaltend schlechten Wetters in der Gegend ändern. Die Regenfälle sollen noch bis Freitag andauern.


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