28.08.2017, 15:16 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Berlin (AFP) Gabriel reist kurzfristig in die USA

Gabriel trifft US-Außenminister Tillerson in Washington. Quelle: AFP/Archiv/GEOFFROY VAN DER HASSELTGabriel trifft US-Außenminister Tillerson in Washington. Quelle: AFP/Archiv/GEOFFROY VAN DER HASSELT

Außenminister räumt Differenzen mit Washington ein

Bei einem kurzfristig angesetzten USA-Besuch will Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) den Kontakt zu seinem US-Kollegen Rex Tillerson vertiefen. "Gerade weil uns momentan wichtige Themen trennen, müssen wir den Dialog mit denen suchen, die zur Kooperation bereit sind", erklärte Gabriel am Montag. Mit Blick auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen räumte er ein, dass "wir in letzter Zeit nicht immer auf einer Wellenlänge liegen".

Tillerson habe kurzfristig angeboten, den SPD-Politiker zu einem "Informations- und Meinungsaustausch" zu empfangen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Gabriel wollte demnach am Montagabend abreisen. Als Themen seines Gesprächs mit Tillerson nannte Gabriel das Atomprogramm Nordkoreas, die Lage in Afghanistan, die Krise in Katar, den Erhalt des Nuklearabkommens mit dem Iran und die US-Sanktionen gegen Russland.

"All das sind nur einige Schlaglichter auf ein sehr beunruhigendes Bild der Probleme und Krisen, die uns derzeit unter den Nägeln brennen", erklärte Gabriel. "Jetzt muss die Stunde der Diplomatie sein. Dafür brauchen wir einen engen Draht nach Washington." Für Gabriel ist es der dritte USA-Besuch seit seinem Amtsantritt als Außenminister vor sieben Monaten.

Gabriel hatte zuletzt mehrfach Kritik an der Politik von US-Präsident Donald Trump geübt. Wegen der Kriegsrhetorik des Präsidenten im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm warf er Trump "Verantwortungslosigkeit" vor.

Auch die Ausweitung der US-Strafmaßnahmen gegen Russland kritisierte Gabriel. Er warnte davor, die Sanktionen auch gegen europäische Unternehmen zu richten. In Berlin herrscht die Sorge, die Maßnahmen könnten auch deutsche Firmen schädigen, die mit Russland im Energiesektor kooperieren.


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