27.08.2017, 09:16 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Rockport (AFP) Tote durch Wirbelsturm "Harvey" in den USA

Sturmschäden im texanischen Rockport  . Quelle: AFP/MARK RALSTONSturmschäden im texanischen Rockport . Quelle: AFP/MARK RALSTON

Starkregen und Überschwemmungen in Texas

Durch den Wirbelsturm "Harvey" sind im US-Bundesstaat Texas mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Hurrikan schlug am Wochenende eine Schneise der Verwüstung und verursachte schwere Überschwemmungen, befürchtet wurden noch tagelange heftige Niederschläge. Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom.

"Harvey" hatte Texas am Freitagabend (Ortszeit) mit Spitzengeschwindigkeiten von 215 Stundenkilometern erreicht. Es war der stärkste Wirbelsturm seit mehr als zehn Jahren, der aufs Festland der USA traf. Im County Aransas kam den Behörden zufolge ein Mensch ums Leben, als während des Sturms in seinem Haus ein Feuer ausbrach. In der Stadt Houston ertrank eine Frau, die sich in den Fluten aus ihrem Auto retten wollte.

Besonders schwer betroffen war der Küstenort Rockport. "Es gibt hier weitreichende Zerstörungen", sagte Bürgermeister C.J. Wax dem Sender MSNBC. Mehrere Häuser und Geschäfte seien "komplett zerstört" worden.

"Ich habe so etwas noch nie gesehen", sagte der Ladenbesitzer Brandon Gonzales in der angrenzenden Großstadt Corpus Christi der Nachrichtenagentur AFP. "Unser Gebäude ist vor und zurück geschwankt."

In Texas waren nach Angaben der Versorger rund 230.00 Haushalte ohne Strom. Viele Straßen waren aufgrund von Trümmerteilen und heruntergerissenen Stromleitungen kaum befahrbar.

Das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) stufte "Harvey" zwar inzwischen vom Hurrikan zum Tropensturm herunter, warnte zugleich aber vor "dramatischen und lebensbedrohlichen Überschwemmungen". In einigen Gebieten seien bereits 50 Zentimeter Regen gefallen, sagte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott. Weitere 50 bis 75 Zentimeter Niederschlag seien möglich. "Unsere Hauptsorge bleiben dramatische Überschwemmungen", sagte Abbott. Vorhersagen zufolge könnte der Wirbelsturm noch vier bis fünf Tage über der US-Golfküste verharren.

Präsident Donald Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, "nichts" werde dem Zufall überlassen. Die lokalen Behörden und die Bundesregierung arbeiteten "großartig" zusammen. Vorsorglich hatte er auf Ersuchen von Gouverneur Abbott den Katastrophenfall für Texas ausgerufen. Damit können Bundesmittel zur Behebung der Sturmschäden freigegeben werden.

Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders kündigte zudem an, der Präsident werde Anfang der Woche nach Texas reisen. Nach dem verheerenden Hurrikan "Katrina", bei dem im Jahr 2005 mehr als 1800 Menschen ums Leben gekommen waren, war der damalige Präsident George W. Bush für sein Katastrophenmanagement in die Kritik geraten. Dieser hatte das betroffene Gebiet im Bundesstaat Louisiana nur vom Flugzeug aus besichtigt, aber nicht betreten.

Vor "Harvey" waren bereits am Freitag hunderttausende Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehrere Gemeinden in Texas riefen die Anwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Auch Ölplattformen im Golf von Mexiko wurden geräumt.

Texas dürfte noch lange unter den Folgen des Sturms leiden. "Der Wiederaufbau nach dieser Katastrophe wird Jahre dauern", sagte der Leiter der US-Katastrophenschutzbehörde Fema, Brock Long, im Sender MSNBC. "Für den Staat Texas wird das eine beispiellos lange und frustrierende Phase."


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