24.08.2017, 14:35 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Berlin (AFP) Die Partei stellt Schattenkabinett für Diktatur von Serdar Somuncu vor

"Kancler"-Kandidat Serdar Somuncu. Quelle: dpa/AFP/Sophia Kembowski"Kancler"-Kandidat Serdar Somuncu. Quelle: dpa/AFP/Sophia Kembowski

Satirepartei präsentiert Spitzenkandidaten und vier mögliche Minister

Einen Monat vor der Bundestagswahl hat die Satirepartei Die Partei ihr Schattenkabinett für den Fall eines Wahlsiegs vorgestellt. "Wir sind genauso siegesgewiss wie die SPD, wir versprechen aber mehr", sagte der Partei-Parteivorsitzende und Europaparlamentarier Martin Sonneborn am Donnerstag in Berlin. Der Satiriker und Partei-Spitzenkandidat Serdar Somuncu kündigte an, nach dem Vorbild der Türkei eine Diktatur errichten zu wollen.

Neben Somuncu präsentierten sich der Kriminalbiologe Mark Benecke, der "Minister für Tattoos, Verwesung und Rentner" werden will. Wolfgang Wendland von der Punkband "Die Kassierer" wurde als Atomminister vorgestellt. Eine Frau namens Natascha soll für Osteuropa-Angelegenheiten zuständig sein. Die Frau sprach bei ihrer Vorstellung lediglich Russisch und lehnt Sonneborn zufolge Wirtschaftssanktionen ab.

Als Minister für neue Medien wurde der Autor Shahak Shapira vorgestellt. Der als Gesundheitsminister vorgeschlagene Bela B. von der Rockband "Die Ärzte" war bei der Vorstellung des Schattenkabinetts nicht anwesend - genauso wie der Komiker Nico Semsrott, der "Minister für Demotivation" werden soll. Somuncu forderte die geladenen Journalisten wiederholt auf, positiv über die Partei Die Partei zu berichten, beschimpfte Pressevertreter und drohte: "Wir merken uns Ihren Namen und Ihr Gesicht."

Somuncu - der unter dem Motto "Warum nicht mal ein Türke?" für das Kanzleramt kandidiert - bestritt, dass es sich um Satire handle. "Wir stehen in direkter Konkurrenz zum alltäglichen Irrsinn in der Politik", sagte der 49-Jährige unter Verweis auf Pressekonferenzen von US-Präsident Donald Trump. Somuncu tritt als Direktkandidat im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg an, den er allerdings nach eigener Aussage meidet. Somuncu sagte: "Ich fühle mich unwohl unter so vielen Türken."


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