20.08.2017, 16:15 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Berlin (AFP) Merkel kritisiert türkisches Vorgehen im Fall Akhanli

Dogan Akhanli im März 2017 in Köln. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Henning KaiserDogan Akhanli im März 2017 in Köln. Quelle: dpa/AFP/Archiv/Henning Kaiser

Kanzlerin warnt vor Missbrauch der Polizeibehörde Interpol

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich verärgert über das türkische Vorgehen im Fall des deutschen Schriftstellers Dogan Akhanli gezeigt. Internationale Einrichtungen wie die grenzübergreifende Polizeibehörde Interpol dürften "nicht für so etwas missbraucht" werden, sagte Merkel am Sonntag im "Townhall-Meeting" des Senders RTL.

Akhanli war am Samstag auf Betreiben der Türkei an seinem Urlaubsort in Spanien festgenommen worden. Die Türkei hatte bei der internationalen Polizeibehörde Interpol einen "Dringlichkeitsvermerk" (Red Notice) gegen den türkischstämmigen Schriftsteller hinterlegt.

Akhanli wurde am Sonntag unter Auflagen in Spanien wieder freigelassen. Die spanische Justiz muss nun über seine Auslieferung an die Türkei entscheiden. Die Bundesregierung will die Auslieferung des deutschen Staatsbürgers verhindern.

"Ich bin sehr froh, dass Spanien ihn jetzt erstmal wieder freigelassen hat", sagte Merkel. Sie stehe in der Angelegenheit mit der spanischen Regierung in Kontakt.


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