16.08.2017, 14:28 Uhr zuletzt aktualisiert vor

New York (AFP) Trump lobt Kims "weise" Entscheidung zum Verzicht auf Raketenbeschuss vor Guam

Generalstabschefs der USA und Chinas in Peking . Quelle: POOL/AFP/Mark SchiefelbeinGeneralstabschefs der USA und Chinas in Peking . Quelle: POOL/AFP/Mark Schiefelbein

US-Generalstabschef hält sich militärische Optionen gegen Nordkorea offen

US-Präsident Donald Trump hat den vorläufigen Verzicht des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un auf einen Raketenangriff nahe des US-Außengebiets Guam begrüßt. Kim habe eine "sehr weise und gut durchdachte Entscheidung" getroffen, schrieb Trump am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Washington und Pjöngjang hatten die gegenseitigen Drohungen zuletzt immer weiter verschärft. Trump hatte gewarnt, die USA würden "mit Feuer und Wut" auf neuerliche Raketentests reagieren. Nordkorea drohte daraufhin damit, vier Raketen ins Meer vor Guam abzufeuern. Auf der etwa 3300 Kilometer von Pjöngjang entfernten Insel im Westpazifik mit ihren US-Militärstützpunkten sind nach Angaben des Pentagon rund 6000 US-Soldaten stationiert.

Am Dienstag erklärte Kim dann, er sehe zunächst davon ab, Raketen in Richtung von Guam abzuschießen. Er wolle Washingtons Verhalten erst "noch etwas länger beobachten". Zugleich rief Kim die US-Regierung auf, alle Provokationen gegen sein Land "sofort" zu stoppen. Andernfalls würden die Raketen doch über Japan in Richtung Guam abgefeuert.

Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, General Joe Dunford, forderte China bei einem Besuch in Peking auf, den Druck auf seinen Verbündeten "im Interesse regionaler Stabilität" zu verstärken. Im Gespräch mit dem Generalstabschef der chinesischen Volksbefreiungsarmee, Fang Fenghui, sagte Dunford nach Angaben eines Sprechers, sollten Verhandlungen scheitern, seien die USA bereit, sämtliche militärischen Register zu ziehen. Es gehe um die Verteidigung der Verbündeten Südkorea und Japan sowie der USA.

Nach den Worten von US-Außenminister Rex Tillerson ist Washington "weiterhin" an einem Dialog mit Nordkorea interessiert. Der Ball befinde sich allerdings in Kims Feld. Es sei an ihm, sich zum Zeitpunkt möglicher Verhandlungen zu äußern.

Nordkorea verlangt von den USA unter anderem, keine gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea und Japan in der Region zu unternehmen. Washington hält jedoch an der alljährlichen Großübung zusammen mit der südkoreanischen Armee ab kommenden Montag fest. Peking und Moskau hatten vorgeschlagen, von groß angelegten Militärmanövern vorerst abzusehen.

Beobachter werteten Kims jüngste Äußerungen als Versuch, den Konflikt mit den USA zu entschärfen. Auch China sprach von einem "Wendepunkt" in dem Konflikt. Jetzt sei die Zeit gekommen, um "zu Friedensgesprächen zurückzukehren", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Dienstag.


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