16.08.2017, 06:45 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Berlin (AFP) Wirtschaftsministerium weist Kartellbedenken von Ryanair wegen Airberlin zurück


Irischer Billigflieger legt Beschwerde bei Kartellbehörden ein

Das Bundeswirtschaftsministerium hat kartellrechtliche Bedenken des irischen Billigfliegers Ryanair wegen der Staatshilfen für Airberlin zurückgewiesen. Dies sei eine "abwegige These", denn es sei nicht so, dass am Ende eine einzige Airline Airberlin übernehmen werde, sagte Staatssekretär Matthias Machnig (SPD) am Mittwoch im ZDF-"Morgenmagazin". Es werde "kartellrechtlich gar nicht zulässig sein", dass Airberlin von nur einer anderen Fluggesellschaft übernommen werde.

Die zweitgrößte deutsche Airline hatte am Dienstag Insolvenz angemeldet und wird mit einem Überbrückungskredit des Bundes gestützt. Die Lufthansa ist an Teilen der Fluggesellschaft interessiert, Medienberichten zufolge möchte auch der Billigflieger Easyjet Teile übernehmen. Alle Interessierten hätten "natürlich" die gleichen Chancen im Übernahmepoker, sagte Machnig dazu. Das sei schon "aus kartellrechtlichen Gründen" so.

Ryanair hatte noch am Dienstag Beschwerde beim Bundeskartellamt und der EU-Kommission eingelegt und von einem "Komplott" zwischen der Bundesregierung, der Lufthansa und Airberlin gesprochen. Die Anteile von Airberlin würden "unter Ausschluss der größten Wettbewerber zerstückelt" und dabei würden EU-Wettbewerbsregeln sowie Bestimmungen zu staatlichen Beihilfen ignoriert, kritisierte Ryanair. Der Billigflieger sprach von einer "künstlich erzeugten Insolvenz".


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