15.08.2017, 12:11 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Peking (AFP) China droht USA im Falle von Sanktionen im Handelsstreit mit Gegenmaßnahmen

Trump ordnet Untersuchung gegen China an. Quelle: AFP/NICHOLAS KAMMTrump ordnet Untersuchung gegen China an. Quelle: AFP/NICHOLAS KAMM

DIHK warnt vor Folgen eines möglichen Handelskriegs

China und die USA steuern auf einen Handelskonflikt zu: Die Regierung in Peking drohte den Vereinigten Staaten am Dienstag mit Gegenmaßnahmen, sollte eine von US-Präsident Donald Trump angeordnete Untersuchung des chinesischen Umgangs mit geistigem Eigentum zu Sanktionen führen. China werde nicht "tatenlos herumsitzen", erklärte das Handelsministerium in Peking.

Trump hatte am Montag seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer damit beauftragt, Chinas Handelspraktiken genauer zu prüfen und dabei insbesondere den Umgang Pekings mit geistigem Eigentum zu beleuchten. Für den Fall, dass das chinesische Vorgehen US-Erfindern und Technologiefirmen tatsächlich schade, drohte der US-Präsident mit Handelssanktionen. Nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington könnte es aber ein Jahr dauern, bis eine Untersuchung mögliche unfaire Praktiken offiziell bestätigt.

"Wir werden uns jedem Land entgegenstellen, das amerikanische Unternehmen unrechtmäßig dazu zwingt, als Bedingung für den Marktzugang ihre wertvolle Technologie zu übergeben", sagte Trump. "Wir werden Fälschungen und Produktpiraterie bekämpfen, die amerikanische Arbeitsplätze zerstören."

Das chinesische Außenministerium hatte zuvor bereits vor einem "Handelskrieg" mit den USA gewarnt. Nun fügte das Handelsministerium hinzu, Peking werde "zweifellos alle angemessenen Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen Chinas energisch zu verteidigen".

Die USA sind der zweitgrößte Handelspartner Chinas nach der Europäischen Union. Die Kritik aus Washington an chinesischen Handelspraktiken ist nicht neu, erreichte unter Trump aber einen Höhepunkt. Der im vergangenen Jahr gewählte US-Präsident steht für einen Kurs der wirtschaftlichen Abschottung und verspricht, durch die Globalisierung verloren gegangene Industriejobs wieder zurückzuholen.

Trump beklagt vor allem, dass China viel mehr in die Vereinigten Staaten importiert als umgekehrt. Das US-Handelsdefizit mit China betrug im vergangenen Jahr 350 Milliarden Dollar. Der US-Präsident warf Peking auch vor, die chinesische Währung künstlich niedrig zu halten und sich damit Vorteile auf dem Weltmarkt zu verschaffen. Im Frühjahr verzichtete Trumps Regierung aber zunächst darauf, China offiziell als "Währungsmanipulator" einzustufen.

Der Präsident des Deutsche Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, warnte bereits vor den Konsequenzen eines möglichen Handelskrieges zwischen den USA und China. Ein Streit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hätte negative Auswirkungen auch auf die deutsche Wirtschaft, sagte Schweitzer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag.

Deutschland verbinde mit beiden Ländern ein Handelsvolumen von jeweils fast 170 Milliarden Euro. Zusammengenommen mache das 15 Prozent des gesamten Außenhandels aus. Ein Handelskrieg würde deshalb "nur Verlierer kennen". Schweitzer forderte, alle Beteiligten sollten sich an die Spielregeln der Welthandelsorganisation (WTO) halten. Es wäre deshalb wichtig, die WTO zu stärken, "um solch strittige Fragen klären zu können".


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