14.08.2017, 14:18 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Peking (AFP) China zieht die Sanktionsschraube gegen Nordkorea fester an

Brücke der Freundschaft zwischen China und Nordkorea. Quelle: AFP/NICOLAS ASFOURIBrücke der Freundschaft zwischen China und Nordkorea. Quelle: AFP/NICOLAS ASFOURI

Südkoreas Präsident Moon will "nie wieder Krieg auf der Koreanischen Halbinsel"

Im Konflikt um das Raketen- und Atomprogramm Nordkoreas zieht China die Sanktionsschraube gegen die Führung in Pjöngjang an: Das Handelsministerium in Peking gab am Montag eine deutliche Ausweitung der Importverbote bekannt. Betroffen sind neuerdings Eisen, Eisenerz und Meeresfrüchte, zusätzlich zu dem bereits seit Februar geltenden Stopp der Kohleimporte. Angesichts der Kriegsdrohungen zwischen den USA und Nordkorea sagte der südkoreanische Präsident Moon Jae In, es dürfe "nie wieder Krieg auf der Koreanischen Halbinsel" geben.

Die Ausweitung der Sanktionen durch China erfolgt auf der Grundlage einer UN-Resolution, die am 5. August vom UN-Sicherheitsrat einstimmig beschlossen wurde. Peking setzt damit seine Ankündigung in die Tat um, die nordkoreanische Führung um den Machthaber Kim Jong Un verstärkt mit Handelsbeschränkungen unter Druck zu setzen.

Die Einfuhr von Eisen, Eisenerz, Kohle und Meeresfrüchten aus Nordkorea sei von Dienstag an "komplett verboten", teilte das Handelsministerium in Peking mit. Die von Peking verhängten Sanktionen laufen für Nordkorea auf Einnahmeverluste von rund einer Milliarde Dollar (gut 840 Millionen Euro) jährlich hinaus. Das entspricht einem Drittel der Summe aller Ausfuhren aus Nordkorea.

US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea in den vergangenen Tagen in ungewöhnlich drastischen Worten mit einem Militäreinsatz gedroht. Pjöngjang drohte seinerseits mit einem Raketenbeschuss der Gewässer vor der Pazifikinsel Guam, auf der mehrere tausend US-Soldaten stationiert sind.

Trump hatte China vor der Annahme der UN-Resolution vorgeworfen, nicht genug Druck auf Pjöngjang auszuüben, damit das Land sein Raketen- und Atomprogramm stoppt. Die neuen UN-Sanktionen wurden als Reaktion auf den Test von zwei Interkontinental-Raketen durch Pjöngjang beschlossen.

Die "höchste Priorität" für Südkorea und das "nationale Interesse" bestehe im "Frieden", sagte Präsident Moon. Im Korea-Krieg (1950-53) waren mehr als eine Million Menschen getötet worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wandte sich erneut gegen ein militärisches Vorgehen in der Nordkorea-Krise. "Bei Nordkorea ist es einfach so, dass es völlig klar ist, dass das Thema friedlich gelöst werden muss", sagte Merkel. "Deutschland wird da auf der Seite der Vernunft stehen." Den Sanktionsbeschluss des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea nannte Merkel "sinnvoll". Sie drückte ihre Hoffnung aus, dass das einflussreichste Gremium der Vereinten Nationen in dieser Frage weiter einstimmig handele.

Merkels Sprecher Steffen Seibert sagte auf die Frage nach einem heraufziehenden militärischen Konflikt, die Bundesregierung spekuliere nicht "über solche entsetzlichen Szenarien". Der Gouverneur des US-Außengebiets Guam, Eddie Calvo, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der nordkoreanische Machhaber Kim Jong Un sei ein "Tyrann" - und bisweilen könne "ein Tyrann nur mit einem Faustschlag auf die Nase gestoppt werden".


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