08.11.2012, 14:29 Uhr

Gedämpfte Erwartungen Wirtschafts-Stimmung kühlt sich ab

IHK-Gremium Deggendorf erwartet schwächere Konjunkturentwicklung in der Region.

DEGGENDORF „Die Wirtschaft in der Region steht auf soliden Beinen. Die Mehrzahl der Unternehmen beurteilt ihre derzeitige Lage nach wie vor als positiv. Für die kommenden Monate haben sich die Erwartungen jedoch abgekühlt.“ Mit diesen Worten fasste IHK-Präsident Dr. Josef Dachs bei der diesjährigen Herbstsitzung des IHK-Gremiums Deggendorf die momentane Stimmungslage in der regionalen Wirtschaft zusammen.

Insbesondere die anhaltenden Negativschlagzeilen aus den Eurokrisenländern sowie ständig neue politische Debatten um die Zukunft des Euros wirken sich zunehmend dämpfend auf die Einschätzung der wirtschaftlichen Perspektive der Betriebe aus. Aber auch hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie zusätzliche Kostenbelastungen wie beispielsweise auch die nicht unerheblichen Beiträge zu den Berufsgenossenschaften bereiten den Unternehmern Sorge.

Klare Richtlinien für die Landesplanung gefordert

Auch der derzeitige Entwurf des neuen Landesentwicklungsprogramms (LEP) gab Anlass zu einer längeren Diskussion unter den Betrieben. Die geplante Fortschreibung des LEPs sei „viel zu unkonkret und damit kein verlässlicher Orientierungsrahmen mehr für die räumliche Entwicklung in Bayern“ – so das übereinstimmende Urteil. Dem zentralen Ziel der Verordnung, gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern zu schaffen, werde man auf dieser Grundlage nicht näher kommen, sondern eher noch das Gegenteil erreichen. Mit Blick auf das Gutachten des Zukunftsrates ist es daher aus Sicht der Unternehmerschaft unabdingbar, weitreichende Nachbesserungen und Rahmenvorgaben vorzunehmen, damit der ländliche Raum nicht abgehängt werde.

Wirtschaft und Wissenschaft im Gespräch

Im Anschluss an die Gremiumssitzung fand erneut ein öffentliches Unternehmerforum statt, um Kontakte und Gespräche zwischen potenziellen Kooperationspartnern und der Hochschule Deggendorf zu ermöglichen. Präsident Peter Sperber stellte den anwesenden Betrieben das breite Leistungsspektrum der Hochschule Deggendorf vor und verwies insbesondere auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit im Rahmen der Technologie- und Anwenderzentren in der Region. Diese Einrichtungen tragen maßgeblich zu einer Intensivierung des Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bei – von der Beratung über Projektaufträge bis hin zu gemeinsamen Forschungsprojekten. 


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