01.03.2018, 09:32 Uhr

Weißer Frühlingsbote trotzt der Kälte Start der Spargelernte in Niederbayern

Trotz sibirischer Kälte: Bereits zu Beginn der Woche wurde der erste Spargel der Saison im niederbayerischen Stephanspoching gestochen. (Foto: Baumann)Trotz sibirischer Kälte: Bereits zu Beginn der Woche wurde der erste Spargel der Saison im niederbayerischen Stephanspoching gestochen. (Foto: Baumann)

Die ersten Stangen des Weißen Goldes wurden zu Beginn der Woche bei Spargel + Beeren Baumann in Stephansposching (Lkr. Deggendorf) geerntet

NIEDERBAYERN So früh wie noch nie: Trotz sibirischer Kälte ist der deutschlandweit erste Spargel zu Beginn der Woche im niederbayerischen Stephansposching (Landkreis Deggendorf) gestochen worden. „Durch unser innovatives Abwärme-Verfrühungssystem bedienen wir bereits ab Anfang März die heimischen Märkte mit einem starken regionalen Produkt“, sagt Karl Baumann (56), geschäftsführender Gesellschafter von Spargel + Beeren Baumann (Geiselhöring, Lkr. Straubing-Bogen).

Ende Februar meldet sich der Winter mit Minusgraden im zweistelligen Bereich auch im Gäuboden zurück, doch auf dem 27 Hektar großen Spargelfeld von Spargel + Beeren Baumann wurden bereits Anfang der Woche die ersten Stangen des „weißen Goldes“ gestochen werden. „Dem köstlichen Gäuboden-Spargel kann die Kälte nichts anhaben, denn er ist mollig warm im beheizten Damm geschützt“, erläutert Karl Baumann.

Kälteschock vermeiden

Mit umweltfreundlicher Abwärme aus der nahen MD-Papierfabrik Plattling wird warmes Wasser in einem 285 km langen Rohrleitungssystem unter die Dämme des großen Spargelfeldes geleitet. Dadurch entsteht eine konstante Wärme zwischen 17 und 19 Grad Celsius, die den Boden „zum Dampfen“ bringt. „Die gleichmäßige und kontrollierte Erwärmung macht den Gäuboden-Spargel noch zarter und intensiver im Geschmack“, sagt Geschäftsführer Karl Baumann. Doch die Kältewelle bringt bei der Ernte auch Herausforderungen mit sich: Es sei elementar, so der Agrarunternehmer, den Spargel so schnell wie möglich vom warmen Boden in einen vortemperierten Lkw zu verladen, um einen Kälteschock zu vermeiden.

Seit Mitte Januar wurde das Feld kräftig beheizt, damit bereits frühzeitig vor Ostern ein leckeres Spargelmenü aus dem Gäuboden auf den Tisch kommen kann. Gut sortiert gibt es den frischen Spargel bereits im Handel bei ausgewählten REWE-Märkten sowie im Großmarkt München und Stuttgart. Die ersten Kunden haben den deutschlandweit ersten Spargel schon probiert und sind von der regionalen Qualität überzeugt. „Das kulinarische Frühlingserwachen kann beginnen“, so Karl Baumann. Bis zum Johannistag am 24. Juni werden im niederbayerischen Gäuboden rund 2.000 Tonnen Spargel geerntet.


0 Kommentare