29.01.2014, 08:33 Uhr

Lebensfreude pur: „Boogie- Woogie ist wie Urlaub im Kopf“

Foto: Tanja WeicholdFoto: Tanja Weichold

Rege Szene auch im Berchtesgadener Land – im Gespräch mit den Tanztrainern Oster.

OBERTEISENDORF Lebensfreude pur – das ist Boogie-Woogie. Elvis und Peter Kraus, Petticoat, Hosenträger, kurz, der ganze Charme der 50er und 60er Jahre Rock ‘n‘ Roll-Ära lässt kaum jemanden kalt. Der Rhythmus geht sofort ins Blut, hüpft durch die Blutbahnen und schüttelt die Gliedmaßen zum Takt der fröhlichen Tanzmusik. Das Wochenblatt hat sich mit den beiden Tanztrainern Marion und Martin Oster aus Oberteisendorf unterhalten über die Faszination dieses Tanzes, der Ausdruck eines ganz besonderen Lebensgefühls ist.

Der Funke sprang sofort über. „Als ich zum ersten Mal eine Boogie-Woogie-Show gesehen habe wusste ich, das will ich auch machen“, erinnert sich Marion Oster. Sie und ihr Mann tanzten schon vorher gerne und regelmäßig, doch Boogie-Woogie war eine ganz neue Erfahrung. Sie marschierten zum nächsten Tanzclub, zwei Jahre später waren sie selbst schon Trainer.

Der Vier-Viertel-Takt bestimmt seitdem maßgeblich ihr Leben. Die hauptberuflich als Bankkauffrau tätige Marion Oster und ihr Mann laden jeden zweiten Donnerstag ab 20 Uhr beim Neuwirt in Aufham zum Boogie-Woogie-Tanzabend ein. Die nächsten Termine sind am 30. Januar und 13. Februar (Infos hier).

Boogie-Woogie heißt tanzen in bequemen Schuhen ohne Absatz, bekleidet im so genannten Vintage-Stil der 50er und 60er. Dazu Musik von Bill Haley, Chuck Berry oder moderner von Si Cranstoun oder den Baseballs (Konzert am 25. Mai im Salzburg Republic, Kartenvorverkauf auch beim Wochenblatt).

„Grundsätzlich kann man Boogie Woogie auf jede Musik tanzen, außer Walzer und Tango“, erklärt Martin Oster verschmitzt. Der gebürtige Wiener führt weiter aus: „Boogie-Woogie ist eine Mischung aus Swing und Rock ‘n‘ Roll. Das Schöne ist, dass es nicht so viele Vorschriften gibt und den Tänzern viel Raum zur eigenen Interpretation bleibt. Beim Boogie ist nichts falsch, es gibt bloß Variationen.“

Für jedes Alter: Boogie Woogie hält fit

Im Gegensatz zum Rock ‘n‘ Roll sind die Hebefiguren beim Boogie-Woogie nicht so akrobatisch und hoch, Figuren werden eher in die Tiefe getanzt. Das eignet ihn besonders als Breitensport, als Tanz für Jeden und für jedes Alter.

„Wir kennen über 70-Jährige, die immer noch regelmäßig Boogie tanzen“, so Marion Oster. „So lange man laufen kann, kann man Boogie tanzen“, fügt sie lächelnd hinzu. Nicht nur die Bewegung hält jung, die Koordination hält auch den Kopf in Schwung. „Es ist wunderschön, gemeinsam mit dem Partner als Paar ein gemeinsames Hobby zu haben.“

Zwischen Wien, Salzburg und München gebe es eine aktive Boogie-Woogie-Szene. Der Tanz beziehungsweise Sport erfreut sich anhaltend großer Beliebtheit. In hiesigen Gefilden seien der RRC Freilassing oder die Dancing Shoes in Trostberg genannt. Und dann sind ja noch die Tanzabende von Marion und Martin Oster in Aufham. Hier geht es einfach nur darum sich in ungezwungener Atmosphäre zu treffen, zu tanzen, zu üben und Spaß zu haben. Auch Besucher sind willkommen.

Marion und ihr Mann organisieren außerdem Boogie-Woogie-Tanzreisen nach Mallorca. Auch hier geht es in erster Linie ums gemeinsame Hobby, um Entspannung, Freude und Spaß.

Auf eine Frage haben sie leider keine Antwort: Wie bekommt Frau einen Mann dazu, zu tanzen? „In der Tat gibt es mehr Frauen, die Boogie tanzen möchten“, sagen die Osters schmunzelnd.

Aber vielleicht gefällt den Herren unter den Lesern ja auch diese Beschreibung: „Boogie-Woogie ist Spiel mit der Dame auf der Tanzfläche“, so Martin Oster. „Das macht erst den besonderen Reiz aus. Und auch die Dame selbst kann sich beim Boogie-Woogie entfalten, sofern es der Mann zulässt.“


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