02.10.2012, 08:28 Uhr

Der neue Lehrer an der VHS Traunreut Tobias Regner: Gitarre lernen bei einem Superstar

„Superstar” Tobias Regner gibt jetzt Gitarrenunterricht an der VHS in Traunreut

TRAUNREUT / LAUFEN Gitarre lernen bei DSDS-Gewinner Tobias Regner: Das kann man jetzt bei der vhs Traunreut und auch bei der vhs in Laufen. Die aktuell zwei Gitarrenkurse mit ihm beginnen am heutigen Dienstag, 2. Oktober, von 18 bis 19 Uhr für Fortgeschrittene beziehungsweise von 19 bis 20 Uhr für Anfänger. Die Kurse in Laufen haben bereits am gestrigen Montag angefangen.

Dass Tobias Regner aus Teisendorf, gerade 30 Jahre alt geworden und jetzt in Laufen wohnhaft, jetzt Gitarreunterricht gibt, das hat sich, wie er in einem Gespräch mit unserer Zeit erzählt, Ende letzen Jahres entwickelt: „Da habe ich beschlossen, mich selbst musikalisch weiterzuentwickeln, auch dass ich besser an der Gitarre werde.“ Für den Unterricht, so meinte er, habe er neben dem Songschreiben für das geplante neue Album noch die nötige Zeit. Außerdem betrachtet er es als „Herausforderung für mich, zu lehren, was man kann. Denn es ist eines, das auf der Bühne zu zeigen, etwas ganz anderes, es anderen Leuten näher zu bringen.“ Andererseits liegt das Unterrichten in der Familie: „Meine Mutter gibt seit 30 Jahren klassischen Gitarrenunterricht.“

Er selber macht jetzt, um in diese Richtung weiter zu kommen, einen berufsbegleitenden Lehrgang an der Bundesakademie in Trossingen unter der Überschrift „Aktuelle Arbeitsfelder im Gitarrenunterricht“. Diesen Fernkurs, der eineinhalb bis zwei Jahre dauern wird mit mehreren einwöchigen Seminaren vor Ort, hat er im Februar dieses Jahres begonnen.

Der Kontakt zur vhs Traunreut ist über einen Bekannten zustandegekommen: Thomas Schnabel, der bisher in Traunreut die Kurse gegeben hat. Diesen hat Regner im Frühjahr dieses Jahres bereits in Freilassing vertreten „und hab dabei Blut geleckt. Es ist zwar schon hie und da anstrengend, die Kinder haben doch immer wieder auch anderes im Kopf.“ So hofft er, dass bei der Volkshochschule doch in der Mehrzahl Kinder Gitarreunterricht nehmen, die das auch wirklich selber wollen.

Als Jugendlicher hatte er selbst an der heimischen Musikschule fünf Jahre lang klassischen und ein Jahr Jazz-Klavierunterricht genossen. Warum er gerade Klavier gelernt hat, ging wohl wesentlich auf die Anregungen seines Vaters zurück, während seine Mutter ihm damals schon zur Gitarre geraten hatte: „Das Klavier ist mir damals wohl übersichtlicher vorgekommen.“ Mit 14 Jahren hat er dann den Klavierunterricht beendet: „Da hab ich gemeint, dass ich keine Zeit mehr dafür hab.“ Denn damals hat er bereits bei einer Schülerband gespielt, zunächst natürlich Keyboard. Bei einer anderen Band ist er dann als zweiter Gitarrist eingesprungen, etwas mit 16 Jahren. „Da hab ich mir von meiner Mutter die wichtigsten Akkorde zeigen lassen, die offenen und die Barrégriffe.“ Jahrelang hat er sich dann autodidaktisch weitergebildet, ganz ohne Noten, die Melodien wurden einfach von den Aufnahmen „runtergehört“.

Mit den Noten hatte es Tobias Regner, was die Gitarre anbetrifft, überhaupt nicht: „Zur DSDS-Zeit konnte ich keine Noten lesen.“ Den Anfang damit hat er erst letztes Jahr gemacht, sich damit auseinandergesetzt. Noten waren für ihn bis dato „eine Hürde, die man erst überwinden muss, um dann erst Ausdruck reinlegen zu können. „Mir war es immer das Wichtigste, dass man sein Gefühl in die Musik legen kann.“

Aus diesem Grund spielt er auch viel lieber nicht mit „superstudierten Musikern“, wie es damals nach dem DSDS-Erfolg der Fall war. „Die konzentrieren sich auf sauber spielen.“ Das wirke auf der Bühne nicht so gut, findet er. Deswegen ist er in den beiden Bands, bei denen er aktuell dabei ist, mit engagierten Musikern zugange, die mit Leib und Seele und Begeisterung dabei sind: zum einen bei der Band „Regner“, bei der auch sein Bruder am Schlagzeug mitspielt, zum anderen bei einer Metallica-Coverband. Die Besetzung der beiden Bands ist aber fast gleich.

Dass ihm Rhythmus und Gefühl wichtig sind, das will er auch seinen künftigen Schülern vermitteln. Das sollte schon irgendwie trainiert werden: „Das liegt mir mehr am Herzen als gutes Vom-Blatt-Spielen.“ Deshalb werde er im Unterricht viel das Metron benutzen oder mit dem Cajon dazu spielen, damit die Schüler den Rhythmus verinnerlichen, dass sie die Unterschiede zwischen den Notenwerten erkennen und die Pausen auch richtig aushalten.

Gegen 14000 Teilnehmer gewonnen

Bekannt geworden ist Tobias Regner als Gewinner der dritten Staffel der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ von November 2005 bis März 2006 bei RTL. Nach dem Abitur begann Regner am Wirtschaftsförderungsinstitut Salzburg ein Studium der Kommunikationsdesign. Unmittelbar nach seinem Abschluss im Juli 2005 bewarb er sich als Kandidat für das Casting zur RTL-Show Deutschland sucht den Superstar und setzte sich schließlich gegen 14000 Teilnehmer durch.

Seine Debütsingle „I Still Burn“ stieg in Deutschland, der Schweiz und Österreich auf Platz eins der Singlecharts ein. In Deutschland war der Titel bereits nach der ersten Woche die meistverkaufte Single seit zwei Jahren. Auch das Album Straight platzierte sich an der Spitze der deutschen Albumcharts und erreichte bereits nach kurzer Zeit Goldstatus. Den Höhepunkt seines Erfolgs feierte Tobias Regner mit zwei Nominierungen für den „Echo 2007“ in den Kategorien „Bester Künstler national Rock/Pop“ und „Bester Newcomer“. Im Frühjahr 2010 veröffentlichte er mit neuer Band und neuerdings nur noch unter seinem Nachnamen ein neues Album namens „Kurz unsterblich“, diesmal mit deutschen Liedern. Mit einem weiteren Album „Akustisch“ das 2011 erschien, ging Regner auf Konzerttour. Von Juni 2010 bis Juni 2011 moderierte Regner die wöchentliche Hardrock-Sendung „BOBs Harte Saite“ auf dem hessischen Radiosender „Radio Bob“.


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