22.06.2017, 16:50 Uhr

Der Italiener hat Eis im Blut Luca Rizzardini kämpft um den Titel 'Bestes Eis Deutschlands'

Foto: Schröck/Rizzardini (Foto:Schmid)Foto: Schröck/Rizzardini (Foto:Schmid)

Bei einem internationalen Wettbewerb hat der Laufener Gelatiere mit seinem Eis bestens abgeschnitten. Im Juli darf er sich nun mit den 16 besten Eismachern Deutschlands messen ...

LAUFEN Schon einmal Rosen-, Spargel- oder Tannenspitzeneis probiert? Luca Rizzardini, Eisdielenbesitzer aus Laufen, setzt seiner Kreativität beim Herstellen von neuartigen Sorten keine Grenzen. „Hinter jeder Geschmacksrichtung steckt eine eigene Geschichte“, weiß der 35-Jährige. Dass der sympathische Mann aus den Dolomiten seine Leidenschaft für „Eiseskälte“ entwickelt hat, ist bei seiner Familiengeschichte kein Wunder.

Rizzardini ist Eismacher in 5. Generation

Anfang des 19. Jahrhunderts wanderten seine Vorfahren aus dem „Val di Zoldo“, dem sogenannten „Tal der Eismacher“, ins nördliche Europa aus. Vom Verkauf ihrer Agrarprodukte und den Geschäften in der Holz- und Nagelherstellung konnten sie ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten.

Nun lag ihre ganze Hoffnung darin, in großen Metropolen wie Budapest, Wien oder Barcelona, Eiscafés zu eröffnen. Trotz Rückschlägen durch die beiden Weltkriege hat die Kunst des Eismachens Luca Rizzardinis Vorfahren stets begleitet. So kam es, dass der kleine Luca bereits seinem Opa bei der Herstellung über die Schulter blicken durfte.

„Man könnte beinahe sagen, ich bin im Eislabor geboren“, grinst der fleißige Italiener. Obwohl ihm in seiner Kindheit das Fußballspielen zunächst mehr am Herzen lag als das Familiengeschäft, sind Rizzardini und das Gelato mittlerweile so unzertrennlich wie Eis und Waffel.

„Ich wache jeden Tag auf und freue mich auf neue Kreationen, die meine Kreativität fordern“, so Rizzardini, „gerne experimentiere ich mit exotischen Produkten, lege aber auch sehr großen Wert auf regionale Köstlichkeiten wie Marillen, Waldmeisterkraut oder Ziegenmilch.“ Farbstoffe und künstliche Aromen kommen bei dem Eismacher nicht in die Tüte. Mit einer außergewöhnlichen Eigenkreation wurde der 35-jährige Familienvater Anfang des Jahres bei der „Gelato World Tour“ zu den 16 besten Eismachern Deutschlands gekürt. Dadurch hat er sich für das Halbfinale in Berlin vom 7. bis 9. Juli qualifiziert.

Mit exotischer Eissorte zum Contest nach Berlin

„Xochiquetzal“, heißt das Gewinner-Eis (Foto unten), eine Kombination aus Ingwer, Kokos und Maracuja. „Die Geschmacksrichtung trägt den Namen einer aztekischen Göttin. Sie ist die Schutzpatronin der Kunsthandwerker. So besteht auch eine Verbindung zu mir als Eismacher“, freut sich Rizzardini, der mit „Xochiquetzal“ in Sachen Konsistenz, Aussehen und Geschmack punkten konnte.

In den kommenden Wochen geht es für den jungen Mann aus den Dolomiten bei der Eis-Challenge in Berlin in die „eiskalte“ Phase. Sollte er die Jury und vor allem die Besucher überzeugen können, wird er zum Weltfinale nach Rimini eingeladen, um gegen Teilnehmer aus der ganzen Welt anzutreten.

„Ein Wiedersehen mit den anderen Kollegen und meiner Familie, die weit verstreut in ganz Europa lebt und speziell für den Wettbewerb nach Berlin reist, freut mich besonders“, so Rizzardini. Trotzdem gehe er nicht mit allzu großer Erwartung ins Rennen und es freue ihn dann umso mehr, sollte er es mit seinem Eis ins Finale schaffen.

Härteste Kritikerin ist Luca's Tochter

Die wohl härteste Kritikerin, ganz abgesehen vom Wettbewerb, ist Rizzardinis 8-jährige Tochter: „Als ich ihr Xochiquetzal zum Probieren gab, schaute sie mich nur trotzig an und meinte: Papa, du weißt doch genau, dass ich Kokos nicht mag“, lacht der Familienvater. „Dafür liebt sie Vanille umso mehr und schmeckt sogar die hochwertigste Schote aus verschiedenen Sorten heraus“, so Rizzardini schmunzelnd. Eine echte Feinschmeckerin, eben ganz wie ihr Papa ...


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