10.01.2017, 13:55 Uhr

Sicherheit und Versorgungsqualität der Patienten bestätigt: EPZ der Klinik Berchtesgaden wurde erneut zertifiziert

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Die Patienten im Berchtesgadener EPZ profitieren von optimalen Behandlungsabläufen anhand definierter Behandlungspfade.

BERCHTESGADEN „Wir können sehr stolz sein“, freut sich Dr. Thomas Kanig, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Endoprothetikzentrum (EPZ) der Kreisklinik Berchtesgaden, über eine gute Botschaft. Dem EPZ sei einmal mehr die Güte seiner Arbeit bestätigt worden, berichtet er: „Die Re-Zertifizierung des Zertifizierungssystem EndoCert zur Verbesserung der Versorgungsqualität und Erhöhung der Patientensicherheit bei der Implantation von künstlichen Gelenkersatz haben wir ohne Abweichungen absolviert.“

Diese Re-Zertifizierung wird nicht leichtfertig vergeben. Das von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Endoprothetik und dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie entwickelte Zertifizierungssystem EndoCert kontrolliert seine Teilnehmer nicht nur jährlich. Alle drei Jahre müssen diese zudem die Zertifizierung erneuern - nach einer besonders umfassenden und sorgfältigen Prüfung auf Herz und Nieren. „Dieses Überwachungsaudit findet im Tagesgeschäft statt“, so Dr. Kanig. Er und sein Kollege Dr. Lutz Kistenmacher führen jährlich an Hüfte und Knie rund 496 Primärversorgungen mit Implantaten und Wechseloperationen von künstlichen Gelenken durch. Die Patienten im Berchtesgadener EPZ profitieren dabei von optimalen Behandlungsabläufen anhand definierter Behandlungspfade.

Dies ist ein wichtiges Gütekriterium bei der Zertifizierung und ihrer Re-Zertifizierung. Dazu gehört auch das lückenlose Führen von Patientenakte und Checklisten. Alle Behandlungsschritte sowie für den Patienten relevanten Daten und Entscheidungen werden von den jeweiligen EPZ-Mitarbeitern in einem elektronischen – und zuvor vom Patienten genehmigten - Erfassungsbogen dokumentiert und am Ende eines Tages überprüft. So ist sichergestellt, dass auch im größten Arbeitsanfall kein einziger Schritt auf dem Behandlungspfad übersehen wurde. Durch die strukturierte Vorgehensweise sei die Arbeit des Teams zudem noch schneller geworden, so Thomas Kanig. Von den reibungslosen Abläufen im EPZ überzeugten sich die unabhängigen Prüfer bei der auch Wiederholungsaudit genannten Re-Zertifizieren vor Ort. „Sie sind mit auf die Stationen gegangen, haben die Patienten befragt und die Behandlungspfade der Patienten anhand der Patientenakten überprüft“, so Dr. Kanig. Überprüft und befragt hätten die Prüfer auch externe Koordinationspartner des EPZ wie die Radiologie oder die Hilfsmittelversorger. „In Sachen Digitalisierung von Röntgenbildern und Patientendaten sind wir auf dem neuesten Stand“, betont Thomas Kanig.

Die Vorteile der Technik macht sich das EPZ auch beim Einbau seiner hochwertigen Implantate zu eigen: Mithilfe einer digitalen Prothesenplanung können Dr. Kanig und Dr. Kistenmacher ihren Patienten maßgeschneiderte Hüftprothesen einsetzen. Hier kommen die digitalen Röntgenbilder zusammen mit Prothesen-Planungsschablonen zum Einsatz, um für jeden Patienten und seine besondere Situation zum Beispiel für die Versorgung am Hüftgelenk aus fünf verschiedenen Hüftpfannen-Systemen und neun verschiedenen Schaft-Systemen mit rund jeweils zehn Größenabstufungen pro System die individuell optimale Lösung auswählen zu können.

„Ein besonderes Patientenklientel sind problematische Patienten mit bereits mehrfachsten Vor-Operationen und auch Zeugen Jehovas sowie Allergiker. Da modernste OP-Verfahren unter Nutzung einer großen Implantatauswahl angewendet werden, können schwierigste Fälle versorgt werden, viele Primär- und Revisionsimplantate für Wechseleingriffe sind aus Titan beziehungsweise Keramik, in nahezu allen Fällen der Primärprothetik kann auf die Bereitstellung von Fremdblut verzichtet werden, so dass auch aus entfernteren Gebieten Patienten den Weg nach Berchtesgaden finden“, so Dr. Kanig.

Unabhängig vom Material meldet das EPZ seit letztem Jahr - mit Einverständnis des Patienten - dessen Kennzahlen rund um sein künstliches Gelenk an das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). So kann der Weg des Implantats anhand seiner Nummer lückenlos verfolgt werden.

Auch dies ist ein Beitrag zu mehr Sicherheit und Versorgungsqualität der Patienten.


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