02.07.2011, 15:17 Uhr

Gelände-Rekultivierung in Litzlwalchen mit Fest gefeiert Deponiezeitalter im Landkreis beendet

Rund 540.000 Tonnen Müll lagern in der 1986 in Betrieb genommenen Landkreisdeponie in Litzlwalchen bei Nussdorf. Mit einem großen Fest feierte der Kreis am Freitag die endgültige Versiegelung und Bodenrekultivierung. Nach einem Vierteljahrhundert und 15,5 Millionen Euro an investierten Baukosten ist das von zuweilen harten Kämpfen und Debatten begleitete Zeilalter der Mülldeponien damit endgültig vorbei.

NUSSDORF Das Thema Deponien reicht noch in eine völlig andere Zeitrechnung zurück. Mülltrennung, Recycling und Wiederverwertung waren Worte , die es in den 70-er und 80-er Jahren noch gar nicht gab. Produziert, gelebt und weggeworfen wurde aus den Vollen heraus. Gleichwohl steckte auch der heute zuweilen vorherrschende Verpackungswahnsinn bei einigen Produkten noch in den Kinderschuhen. Ein Vergleich: 1989 produzierten 148.000 Bürger im Landkreis über 114.000 Tonnen Müll m Jahr. In den letzten Jahrenb hat sich die Müllmenge dank der Wertstofftrennung auf 25.000 Tonnen bei 170.000 Einwohnern reduziert.

Seit 1976 ist die Müllentsorgung im Landkreis zentral organisiert. 1979 stand die in Nussdorf eingerichtete Mülldeponie bereits kurz vor der Überlastung, so dass in Litzlwalchen eine ersatzdepnie projektiert wurde. Diese ging nach den entsprechenden Vorplanungen und Bauarbeiten 1986 in Betrieb. Aufgrund des hohen Müllaufkommens wurde die Deponie zwischen 1987 und 1989 in zwei weiteren Bauabschnitten erweitert. Doch die Müllwelle ebbte nicht ab. Im Gegenteil: Ende 1991 wurde der Müllnotstand zur drängenden Angelegenheit im Landkreis und vor allem die Frage: Wohin damit?

Für teures Geld wurde der Haushaltsmüll zwischen 1991 und 1994 nach Frankreich sowie in Deponien in bad Kissingen, im Landkreis Weissenburg-Gunzenhausen sowie nach Mecklenburg-Vorpommern oder ins Müllheizkraftwerk Geiselbullach transportiert. 1994 trat schließlich mit der Inbetriebnahme des zentralen Müllheizkraftwerks in Burgkirchen eine Entspannung der auch politisch hoch geladenen Situation ein: Das Ende des Müllnotstands war erreicht. Zwischen 1994 und 2006 wurde in Litzlwachen nichts mehr eingebracht. Im Anschluss erfolgte bis Dezember 2009 die Auffüllung mit nicht brennbaren Materialien durch eine Spezialfirma.

Danach folgte die Oberflächenabdichtung und das Aufbringen einer Trag- und Ausgleichsschicht. Im Anschluss erfolgte die Rekultivierung des Bodens. Dafür wurden unter anderem 4.000 Kubikmeter Aushub aus dem Bau des Ettendorfer Tunnels udn der Nordumfahrung herangezogen. Landrat Hermann Steinmaßl dankte seinen Amtsvorgängern und dem Nussdorfer Bürgermeister Hans Gnadl für die Bewältigung der schwierigen Aufgabe. Aktuell werde ein neues Zukunftskonzept für die Abfallentsorgung und -verwertung nach 2012 erarbeitet.

Steinmaßl: „Wir haben vielleicht ein Problem im Umweltschutz gelöst, das nächste wartet aber schon.” Bei einer Besichtigungstour im Gelände wurde während des Festes für Anlieger, Behörden, Bauunternehmen und anderweitig Beteiligte das fertiggestellte Deponiegelände mit seinen technischen Einrichtungen vorgestellt.


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