28.06.2016, 11:41 Uhr

Wochenblatt-Interview Auf einem Rad über Stock und Stein

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Profi-Einradfahrer Lucian Mathes spricht im Wochenblatt-Interview über die Faszination seiner Sportart.

NEUKIRCHEN Am Samstag, 2., und Sonntag, 3. Juli, ab 11 Uhr lockt die Offene Deutsche Meisterschaft im „Mountain Unicycling“ Einradfahrer aus ganz Deutschland und Österreich nach Neukirchen an den Teisenberg.

Uphill, Downhill und quer durch die Prärie (Cross Country) führen die Strecken der insgesamt drei Disziplinen. Als Garant für echte Nervenkitzel gilt das große Finale „Downhill Expert“, bei dem sich die 15 zeitschnellsten Fahrer über einen Steilhang mit starkem Wurzelbewuchs ins Tal stürzen. Lucian Mathes gehört dem Einrad-Team des SV Neukirchen an und beteiligt sich an der Offenen Deutschen Meisterschaft. Das Wochenblatt hat sich mit ihm unterhalten.

Wochenblatt: Was dürfen sich Laien unter „Unicycling“ vorstellen?

Lucian Mathes: Das ist einfach der englische Begriff für Einradfahren. Tatsächlich geht es bei der Meisterschaft aber um das „Mountain Unicycling“, also das Fahren am Berg. Ich habe einen Riesenspaß dabei.

Wochenblatt: Wie hat sich das „wilde Einradfahren“ als eigene Abteilung beim SV Neukirchen etabliert?

Lucian Mathes: Seit nunmehr zehn Jahren sind wir meist nur noch auf einem Rad unterwegs. Das Team entstand nach und nach. Meine Freunde und ich, als Einradfahrer der ersten Stunde, wurden mit der Zeit immer besser, und so haben wir uns irgendwann in immer schwierigeres Gelände gewagt.

Wochenblatt: Wie viele Mitglieder zählt Ihr im Moment?

Lucian Mathes: Mittlerweile sind wir über 80 – vom Grundschul- bis zum Erwachsenenalter.

Wochenblatt: Wie kam es, die Deutsche Meisterschaft nach Neukirchen zu holen?

Lucian Mathes: Wir haben uns auf eine Ausschreibung des Einradverbandes Deutschland gemeldet und prompt den Zuschlag bekommen.

Wochenblatt: Wie viele Sportler gehen bei der Meisterschaft an den Start?

Lucian Mathes: Es haben sich 150 Starter aus ganz Deutschland und Österreich angemeldet. Wir freuen uns riesig über die doch überraschend große Resonanz.

Wochenblatt: Wann hast Du die Sportart erlernt?

Lucian Mathes:

Mit etwa sieben Jahren haben meine Schwester Bibiana und ich ein Einrad „vom Osterhasen geschenkt bekommen“. Die kommenden Tage haben wir ständig geübt und konnten sogleich unsere Straße entlang fahren. Irgendwann wurde es uns auf dem Teer zu langweilig und wir wichen auf Kies- und Waldwege aus. Weil wir direkt am Teisenberg wohnen, lag es für uns nahe, auch am Hang zu trainieren.

Wochenblatt: War es Euch auf dem normalen Zweirad zu langweilig?

Lucian Mathes: (lacht) Ja, das Stützrad haben wir nicht lange gebraucht! Aber das tolle am Einradfahren ist, dass es eben nie langweilig wird. Es gibt immer eine Schwierigkeitsstufe oben drauf zu setzen und manchmal bin ich oder einer meiner Freunde sogar der Erste, der irgend einen verrückten Trick ins Leben ruft.

Wochenblatt: Was macht einen guten „Unicycler“ aus?

Lucian Mathes: Am Anfang braucht er viel Geduld, später ist es wohl nicht nur der Mut, der Kunststücke oder Fahrten im schwierigsten Wurzelgelände gelingen lässt. Viel wichtiger ist die richtige Selbsteinschätzung, mit der der Fahrer die Stellen erkennt, an denen er besser absteigt und schiebt.

Wochenblatt: Wie schützt Ihr Euch und hast Du Dich schon einmal ernsthaft verletzt?

Lucian Mathes: Helm, Handschuhe, Knie- und Schienbeinschoner sind beim Berg-Einradfahren Pflicht. Abgesehen von kleinen Schrammen und blauen Flecken bin ich bisher unversehrt geblieben.

Wochenblatt: Was erwartest Du Dir von der Meisterschaft?

Lucian Mathes: In erster Linie denke ich zur Zeit an die Organisation des Wettbewerbs. Ich will, dass die Meisterschaft am Teisenberg für die Teilnehmer und Zuschauer ein tolles Event ist. Über persönliche Erfolge beim Contest würde ich mich freuen, ich denke aber gerade nicht oft darüber nach.

Wochenblatt: Vielen Dank für das Gespräch!

Weitere Informationen über diese faszinierende Sportart finden Sie unter munidm2016.sv-neukirchennat.de online.


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