11.09.2013, 10:43 Uhr

E-Wald: 100 Nissan Leaf als Vermietflotte Bayerwald macht E-Auto-Zukunft

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In einer von Ernst Hinsken (MdB und Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie) und Landrat Michael Adam begleiteten Zeremonie hat Olivier Ferry (Nissan Deutschland) jetzt 100 Nissan Leaf an den Geschäftsführer der E-WALD GmbH, Klaus Mairhöfer, in Teisnach übergeben.

TEISNACH „Der Bayerische Wald entwickelt sich auch mit dem E-WALD Projekt immer stärker vom ehemaligen Armenhaus zur führenden Technologieregion", fasste MdB Ernst Hinsken zusammen. Landrat Michael Adam wiederum gab seiner Zufriedenheit darüber Ausdruck, dass E-WALD jetzt endlich mit der nötigen Kapazität von Elektrofahrzeugen Touristen und der Bevölkerung individuelle und notwendige Mobilität anbieten könne. Ferry lobte die positive Zusammenarbeit mit dem E-WALD Projekt als „eines der wenigen Projekte, die heute tatsächlich in nennenswertem Umfang Elektroautos auf die Straße bringt“.

Mit dem Nissan Leaf nimmt das Projekt E-WALD das weltweit erfolgreichste Elektroauto in seine Flotte auf. Aufgeladen werden kann der Leaf an jeder haushaltsüblichen Steckdose oder an Schnelllade-Stationen nach dem CHAdeMo-Standard; dort können die Akkus in nur 30 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität geladen werden. Auch die 100 neuen Nissan Leaf Modelle, werden wie alle Fahrzeuge der E-WALD Flotte mit der ADAC Rettungskarte ausgerüstet, um im Ernstfall für Insassen und Rettungskräfte ein größtmögliches Maß an Sicherheit bieten zu können.

Kritik an deutschen Herstellern, vor allem BMW und VW

Deutliche Kritik äußerte der E-WALD Geschäftsführer Klaus Mairhöfer an der Vorgehensweise deutscher Autohersteller. Die beiden führenden Hersteller BMW und VW bringen im Herbst Elektroautos auf den Markt, für welche keine geeignete Ladeinfrastruktur in Deutschland existiere. Die für eine zügige Ladung notwendige Kombination von DC Strom und Ladesäulen mit Combosteckern seien praktisch nirgends verfügbar.

„So bleibt es wiederum Organisationen wie E-WALD überlassen, diese Infrastruktur aufzubauen. Zusammen mit unserem Partner e8energy unternehmen wir jedoch bereits große Anstrengungen, um zum einen die CHAdeMo Ladetechnik flächendeckend in Niederbayern zu installieren und zum anderen, um mit der Technischen Hochschule Deggendorf zusammen, neue Ladesäulen zu entwickeln. Jetzt könnten wir endlich deutsche Fahrzeuge ins Projekt integrieren und stehen ohne Ladeinfrastrukur da. Das ist potentiellen Nutzern nur schwer vermittelbar und schadet den deutschen Herstellern, da es nur schwer nachvollziehbar ist, wie innovative deutsche Autotechnik ohne die entsprechende Ladeinfrastruktur in den Markt gebracht werden soll.“

E-Wald macht den „Wald“ mobil

Unabhängig davon zeigt sich Mairhöfer froh und glücklich jetzt mit einer Flotte von über 150 Elektroautos die Nachfrage in der ganzen Region sowohl von Touristen als auch von Bürgern decken zu können. Dazu dienen neben den 100 Nissan Leaf, mit welchen bereits sehr gute Erfahrungen gesammelt werden konnten, auch die innovativen Vermietmodelle, wie das RIT Ticket, inklusive einem Elektrofahrzeug für Incoming Touristen oder das Gemeindeauto als Dienst- und Bürgerfahrzeug. „Wir leben Elektromobilität und reden nicht nur darüber“ schließt der E-WALD Geschäftsführer seine Ausführungen ab.


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