31.07.2012, 14:24 Uhr

Keltischen Baumkreis vertont Die Musik der Bäume

Es ist eine absolute Weltneuheit – und sie kommt unter anderem aus Regen: Michael Glass hat es geschafft, Pflanzen zum Musizieren zu bringen. Der Trick: Die Schwingungen im Baum werden mit einem Gerät aufgenommen und mit Software in Musik umgewandelt. Ein faszinierendes Klangerlebnis. Und ganz besonders: Die 21 Bäume des keltischen Baumkreises hat Glass auf CD festgehalten

REGEN Bäume faszinieren den Menschen, sie geben ihm Schatten, Geborgenheit, Sicherheit. Der Wald, die Bäume, sie sind Stoff zahlreicher Mythen, Legenden, Geschichten.  Die Kelten haben sich einst mit 21 Baumkreiszeichen vor den Bäumen verneigt – und unmissverständlich ihre Bedeutung und ihr Wirken für und auf jeden Einzelnen dargelegt. Der Baum – das Symbol für Lebenskraft. Der Wald – in wievielen Volksliedern wird er besungen? Doch wie ist es, wenn der Spieß umgedreht wird? Wenn nicht mehr Sänger den Wald besingen, sondern die Bäume Musik für den Menschen machen. Die Rede ist dabei nicht vom Rauschen, nicht vom Pfeifen des Windes zwischen den Ästen und Stämmen. Es geht um Musik, wie wir sie kennen. Musik, von Buche, Eiche, Tanne komponiert und auf Instrumenten gespielt.

Die Idee dazu hatten Peter Graus aus Klagenfurt, Österreich, und Michael Glass aus Regen, Bayern, gleichzeitig: Längst arbeiteten sie mit einer Software, die die Herztöne und Schwingungen im menschlichen Körper in Musik umwandeln konnte. Symphonien des Herzens. Doch, so fragten sie sich bald, hat ein Baum auch Schwingungen? Kann man auch sie zu Musik machen? Die Antwort war schnell gefunden: Man kann!

Natur und Musik in Einklang gebracht Das Aufnahmegerät – vergleichbar mit dem EKG beim Arzt – zeigte Ausschläge. Es regte sich etwas in den Pflanzen. Unglaubliche Frequenzbänder konnten den Bäumen abgenommen werden, den Rest besorgt der Computer. Die Auswahl an Klängen ist gigantisch – die beiden entschieden sich zunächst für eine Instrumentierung, die dem gregorianischen Gesang ähnelt. Getragene Melodien sind zu hören, viel Ruhe – aber doch zwischendrin immer wieder dynamische Abschnitte. Eine kleine Fichte wurde  aufgenommen, und die Musik hörte sich an, wie eine Art Frühlingserwachen: der Glockenklang des Wachstums.

Die weiteren Schritte lagen nahe: der keltische Baumkreis, die 21 Baumarten, die je nach Geburtstag zugeordnet werden. Was dem Astrologen die Sternzeichen sind, waren den Kelten die Baumzeichen. Graus und Glass haben ihre Schwingungen eingefangen, sie haben aufgenommen, haben experimentiert, Instrumente besetzt, der Musik der Bäume freien Lauf gelassen. Herausgekommen ist eine Symphonie des Waldes. Entstanden sind Melodien von 21 Bäumen – und für jeden Menschen ist somit „seine“ eigene Baummusik erlebbar.

Michael Glass verspricht ein sinnliches Erlebnis im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man sich die Musik „seines“ Baumes aus dem Baumkreis anhört. Es ist nicht nur Entspannung, es ist pure Energie, die zwischen dem Künstler, also dem Baum, und dem Zuhörer fließt. Es ist das Gefühl von Heimat, das spürbar wird – von innerer Heimat. Und es ist eine individuelle Art, in der Musik die eigene Mitte zu finden. Der Baum, der persönliche Baum, hilft dabei aktiv mit.

Man hört nicht nur zu, man hört hin

Die Musik des keltischen Baumkreises haben Michael Glass und Peter Graus für alle hörbar gemacht – in 21 individuell zugeschnittenen CDs. Oft strapaziert, aber in diesem Falle absolut auf den Punkt getroffen: Es ist eine weltweit einzigartige Möglichkeit, Natur und Musik in Einklang zu bringen. Und die Möglichkeiten, die sich für die Musik der Pflanzen eröffnen, sind schier grenzenlos.

Jede Lieblingspflanze im Garten oder im Wohnzimmer, jede Blume, jeder Strauch: Sie alle haben Schwingungen, Frequenzen, die aufgenommen werden können. Jede Pflanze kann für den Menschen musiszieren. Einen großen Unterschied zur bisher bekannten, von Menschen gespielten Musik, gibt es aber doch, sagt Michael Glass: „Wenn man die Musik der Bäume hört, dann hört man nicht zu, man hört hin.“

Infos: www.natursymphonie.com


0 Kommentare