08.09.2010, 11:05 Uhr

Ratgeber zum Schulanfang Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern

Ein guter und offener Kontakt zwischen Elternhaus und Schule ist wichtig. Wenn Schulkinder spüren, dass die Atmosphäre zwischen Eltern und Lehrer stimmt, ist es auch für sie einfacher, die vielen neuen Eindrücke und Aufgaben zu bewältigen, die der Schulalltag mit sich bringt.

REGEN Die Schulpsychologin und Schulexpertin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, gibt folgende Tipps:

  • Positive Grundstimmung - Eltern sollten sich vorbehaltlos mit ihrem Kind auf die neue Lehrerin, den neuen Lehrer freuen.

  • Vorsicht Vorurteil - Eltern sollten Abstand von Vorurteilen nehmen, die über die Lehrkraft im Umlauf sind. Nicht sie müssen mit ihr lernen, sondern das Kind geht bei ihr in den Unterricht

  • Kontakt suchen - dabei kommt es aber auf den richtigen Zeitpunkt an. Gespräche zwischen Tür und Angel sind zu vermeiden. Wenn die Lehrkraft die ganze Klasse wartend hinter sich hat, kann sie nicht aufmerksam zuhören.

  • Gut zu hören - entscheidend ist nicht, wie die Eltern die Lehrkraft erleben, sondern was das Schulkind über sie erzählt und wie es die Lehrerin bzw. den Lehrer erlebt. Eltern sollten die Erlebnisse des Kindes ernst nehmen und diese in einem Lehrergespräch als Erfahrungen ihres Kindes weitergeben. Besser als Anschuldigungen und Vorwürfe ist die möglichst wertfreie Schilderung von Beobachtungen, die das Kind gemacht hat.

  • Kommunikationswege einhalten - jede Lehrkraft geht anders vor, wenn es um den Elternkontakt geht. Der Informationsaustausch kann per E-Mail funktionieren, über ein Mitteilungsheftchen, ein bestimmtes Zeitfenster für eine Telefonsprechstunde oder einen Eltern-Brief-Kasten. Manche Lehrkraft lässt eine Mappe führen, in die alles hinein kommt, was für Eltern wichtig ist oder bietet außer seinen offiziellen Sprechstunden (eine feste Stunde pro Woche) noch weitere Termine für Gesprächsmöglichkeiten an.

  • An den Klassenelternsprecher wenden - bei schwerwiegenderen Problemen, die scheinbar nicht nur das eigene Kind betreffen, können sich Eltern auch an den Klassenelternsprecher wenden. Er trägt das Thema dann beim Klassenleiter oder Fachlehrer stellvertretend für sie vor.

  • Der Reihe nach vorgehen - der erste Ansprechpartner bei jedem Problem, das das Kind in der Klasse hat, ist zunächst der Klassenlehrer. Der zu schnelle Kontakt zum Schulleiter sollte vermieden werden. In der Regel wird auch der Schulleiter immer erst an die entsprechende Lehrkraft verweisen. Sollten Eltern aber den Eindruck haben, dass diese ihr Problem nicht versteht oder sie mit der Lösung des Problems nicht zufrieden sind, steht der Kontakt zur Schulleitung offen. Auch hier sollten die üblichen Kommunikationswege eingehalten werden: im Sekretariat anrufen und einen Telefon- oder Gesprächstermin vereinbaren.

  • Fachkräfte aufsuchen - wenn ein Kind ein ganz individuelles Problem hat - es leidet unter dem Leistungsdruck, will nicht mehr zur Schule, wird gemobbt oder hat große Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen - stehen Beratungsfachkräfte wie Beratungslehrer oder Schulpsychologen zur Verfügung. Wie sie zu erreichen sind, ist in der Regel dem ersten Elternbrief zu entnehmen, ist auf der Schul -Homepage oder im Sekretariat zu erfahren.


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