11.04.2017, 08:31 Uhr

Kommentar der Woche

Der Kunde, ein König?

REGEN Ich rege mich nicht gerne auf. Das liegt schlicht daran, dass mir sowohl Energieaufwand wie auch Zeit zu schade dafür sind. Manchmal, nur manchmal, krampfen sich aber meine Magennerven so dermaßen zusammen, dass ich mich gar nicht mehr beruhigen kann. Ich will auch keinen Hehl daraus machen: Spätestens, wenn es ums Essen geht, hören bei mir Spaß und Toleranz sowieso schnell auf.

Ich erzähle Ihnen jetzt einmal eine Geschichte, die ich nicht glauben würde, wenn sie mir erzählt würde. Der Kunde, in diesem Fall ich, geht um 8.30 Uhr morgens in eine Bäckerei und sagt, er hätte gerne zwei Butterbrezen. „Haben wir nicht mehr“, ist die kurze Antwort. Nun sehe ich aber, dass in der Auslage noch eine veritable Anzahl Brezen herumliegt, und hake nach: „Aber da sind ja noch Brezen.“ „Ja, aber ich darf keine Butterbreze mehr machen.“ „Hä?“ „Es sind nicht mehr genügend da, die brauchen wir noch für die Kunden, die Brezen kaufen möchten.“ „Dann nehme ich zwei Brezen, nun sind sie auch für die anderen Kunden weg, könnten Sie die nun bitte mit Butter bestreichen?“ „Nein, das darf ich nicht.“ Und dann murmelte sie noch etwas, das ich nicht verstand. Selten neige ich dazu, sprachlos zu sein. Jetzt war es soweit. Schwer zu sagen, warum mein Wunsch – also der Wunsch des Königs, der ich als Kunde gerne wäre – einfach so abgelehnt wurde. Vielleicht lag es ja an meiner Motorradkleidung, die ich an hatte. KEINE BUTTERBREZEN AN MOTORRADFAHRER könnte die unmissverständliche Vorgabe in dieser Bäckerei sein. Oder die Verkäuferin hatte schlicht keine Lust, dem blöden Kunden Butterbrezen zu schmieren. Mag sein, dass sie nicht in der Lage ist, eine Breze auseinanderzuschneiden. Ist ja auch nicht einfach, das muss ich schon zugeben.

Eigentlich ist mir das eh alles Wurscht. Tatsache ist, dass ich mich jetzt, etwa eineinhalb Stunden später, immer noch nicht beruhigen kann. Besagte Bäckerei hat wirklich sensationell gute Brezen. Ich werde dort aber nichts mehr kaufen.


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