29.11.2016, 16:22 Uhr

Künstler Bildwerk Frauenau erhält Glasstraßenpreis

Foto: Tourismusverband OstbayernFoto: Tourismusverband Ostbayern

Der Glasstraßenpreis 2016 ist verliehen: Erwin Otte, Bild-Werk Frauenau und Günther Keilwerth erhalten die begehrte Auszeichnung.

REGENSBURG Der Glasstraßenpreis 2016 ist verliehen. Preisträger sind der Künstler Erwin Otte aus Erbendorf und das Bild-Werk Frauenau e.V. Den Ehrenpreis der Glasstraße erhält Günther Keilwerth, Abteilungsdirektor a.D. bei der Regierung von Niederbayern. Die Glasstraße ist eine der wichtigsten touristischen Attraktionen in Ostbayern. Die Jury hatte aus vielen besonderen Einreichungen zu entscheiden. Die Preisträger erhalten gemeinsam ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro, eine Urkunde sowie eine Glastrophäe, die Glaskünstler Theodor Sellner als Einzelstück exklusiv für den Glasstraßenpreis fertigt und zur Verfügung stellt.

Der Bayerische Wald und Oberpfälzer Wald gehören zu den herausragenden Glaszentren Europas. Nirgends sonst gibt es eine derartige Dichte an Glaskünstlern und glasproduzierenden Betrieben. Die Glasstraße hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten Ferienstraßen und Ausflugsrouten in Deutschland entwickelt. Zur Förderung der Aktionen, Beiträge und Produkte, die die Glasstraße beleben und die das Glas aus dem Bayerischen Wald und Oberpfälzer Wald in den Mittelpunkt stellen, schreibt der Tourismusverband Ostbayern seit dem Jahr 2000 im zweijährlichen Rhythmus den Glasstraßenpreis aus, heuer zum neunten Mal.

„Ich gratuliere den Gewinnern zu ihrer Auszeichnung und wünsche der Region auch für die Zukunft Freude und Erfolg bei der Beschäftigung mit dem Werkstoff Glas – im Alltag, in Handwerk und Industrie, in der Traditionspflege der Region, als Attraktion für Einheimische und Gäste, für historisch Interessierte und innovative Designer, Kunstsinninge und alle, die Glas in seiner vielfältigen Verwendung schätzen und in unterschiedlichen Formen genießen können“, sagt Dr. Ulrich Netzer, Präsident des Sparkassenverbandes Bayern und langjähriger Unterstützer des Glasstraßenpreises.

Einer der Preisträger ist der freischaffende Kunstmaler und Bildhauer Erwin Otte. Für den Glasstraßenpreis 2016 hat er sich mit seinem Projekt Gläserner Friedensengel beworben. Die Errichtung des Friedensengels hat weitreichenden historischen Hintergrund. Direkt an der Glasstraße, an der Bahnstrecke Hof-Regensburg zwischen Windischeschenbach und Neuhaus, wurde im Kalten Krieg eine sieben Meter hohe Panzersperre errichtet. Der Betonklotz von damals ist heute der Sockel, auf dem der Gläserne Friedensengel steht. Das Kunstwerk, das in der Signalfarbe rot gestaltet wurde, ist ein Symbol des Friedens. Die konkaven Flügel nehmen schützend die Erdrundungen auf und deuten auf eine intakte Umwelt als Grundlage jeglichen Lebens hin. Die schwarz strukturierte Linien zeigen mahnend auf das Negative. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen 20 Jahre. Der Gläserne Friedensengel gilt als Symbol für ein hoffentlich friedvolles Jahrtausend.

Weiterer Preisträger ist das Bild-Werk Frauenau e.V., dessen Internationale Sommerakademie oft lebensverändernde Begegnungen, Freundschaften und Projekte hervorbringt und das nunmehr seit 1988. Mit 192 angebotenen Kursen in den letzten fünf Jahren, darunter 91 zum Thema Glas in seiner ganzen Gestaltungsvielfalt, schafft es das Bild-Werk Frauenau Menschen aus der ganzen Welt anzulocken. Aus 26 Nationen kamen über 1000 Teilnehmer. Kurse wie Glasmalerei, Glasskulptur und Glasguss, Lampengeblasenes Glas, Glasdruck und andere stehen auf dem Programm. Das Bild-Werk Frauenau hat sich als ein Treffpunkt der Studioglasszene und international renommierter Künstler und Kursleiter etabliert.

Den Ehrenpreis der Glasstraße erhält Günther Keilwerth . In seiner Funktion als Abteilungsdirektor a.D. bei der Regierung von Niederbayern war er stets um die wirtschaftliche Förderung der Region, und besonders auch der Glasindustrie im Bayerischen Wald, bemüht. Diese Aufgabe hat er stets mit Leib und Seele erfüllt. Schon aufgrund seines Geburtsortes, der Glasstadt Zwiesel fühlte er stets eine innere Verbindung zu dieser Materie. Stets wichtig war ihm auch der Bereich Tourismus. Deswegen lag und liegt ihm auch die Glasstraße, also die Verbindung zwischen diesen beiden Branchen so sehr am Herzen. So kümmerte er sich bei der Gründung der Glasstraße um die finanzielle Basis der Glasstraße, um die Unterstützung der Regierung, aber auch darum, dass Landkreise, Orte und Unternehmen an der Glasstraße auch ihren finanziellen Beitrag dazu lieferten und dies bis heute tun. Auch war es stets sein großes Bestreben, wo immer es möglich war, Fördergelder für die Glasstraße zu organisieren. Dies zeigt, dass er sich neben der Glasstraße stets mit großem Interesse dem Thema Glas, den Glasunternehmen und letztendlich den Menschen in der Glasregion des Bayerischen Waldes stets sehr verpflichtet und verbunden gefühlt hat und dies bis heute tut. Dieses jahrzehntelange beständige Engagement für das Glas hat die Jury dazu bewogen, Günther Keilwerth den Ehren-Glasstraßenpreis zu verleihen.

Der Jury gehören an Heinz Grunwald, Regierungspräsident von Niederbayern, Klemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg, Hans Wudy, Schulleiter der Glasfachsschule Zwiesel, Bernd Kellermann, Journalist beim Bayerischen Rundfunk, Ulrich Metzner, Redakteur, Reinhold Zapf, Tourismusreferent des Landkreises Neustadt an der Waldnaab, und Monika Häuslmeier, Marketingleiterin Stadt Viechtach.


0 Kommentare