23.11.2016, 08:14 Uhr

Glasmacher Ausbildungstour durch die Glasregion Arberland

Foto: Arberland Regio GmbHFoto: Arberland Regio GmbH

Netzwerk Glas wirbt um Nachwuchskräfte für die Glasbranchen.

REGEN Im vergangenen Jahr hat das Netzwerk Glas zum ersten Mal eine Ausbildungstour zu den Unternehmen des Netzwerks Glas veranstaltet, um jungen Menschen zu zeigen, wie attraktiv die vielen verschiedenen Ausbildungsberufe rund ums Glas sind. Da diese sowohl bei den Betrieben als auch bei den Jugendlichen so gut angekommen ist, wiederholte das Netzwerk Glas die Veranstaltung auch heuer. Das Netzwerk Glas existiert seit 2010, vernetzt Glasunternehmen verschiedener Wirtschaftszweige und sorgt seit 2015 unter dem Dach der Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio GmbH für eine Imageverbesserung der Glasregion Bayerischer Wald. Mit der Ausbildungstour 2016 wappnet sich das Netzwerk auch gegen den Fachkräftemangel. Mit Erfolg, denn das Interesse bei den Jugendlichen war enorm: Auf vier Busse verteilt, besuchten heuer bereits über 200 Jugendliche 9 Glasunternehmen und die Glasfachschule Zwiesel und lernten dabei rund 30 Ausbildungsberufe kennen.

Der Landkreis Regen liegt an der Glasstraße und viele Arbeitsplätze hängen am Werkstoff Glas, der viele Facetten bietet und nach wie vor ein großer Wirtschaftsfaktor ist. Produkte aus dem Arberland gehen in die ganze Welt - vom Kristall-Serviettenring für das Luxushotel über das edle Weinglas im Pariser Restaurant, das Display für das Smartphone bis zur Linse für die Raumfahrt. "Glas ist enorm vielseitig und wir wollen zeigen, wie toll ein Beruf sein kann, der mit Glas zu tun hat", erklärt Landrat Michael Adam, der der Ausbildungstour eine Stippvisite abstattete. Genau wie ARBERLAND REGio-Geschäftsführer Herbert Unnasch war es ihm ein großes Anliegen, deutlich zu machen, dass es der Branche insgesamt gut geht, auch, wenn in den vergangenen Jahren vor allem Berichte über Schließungen von Glashütten zu lesen waren. "Wir leisten mit der Ausbildungstour einen Beitrag, um gegen den Fachkräftemangel zu kämpfen, der auch die Glasbranchen beschäftigt. Mit der Ausbildungstour wollen wir ein Signal setzen, dass diese Berufe Zukunftschancen haben." Herbert Unnasch bedauerte, dass vielen Menschen die wirtschaftliche Bedeutung des Werkstoffs Glas nicht bewusst ist: "Wir haben im Landkreis Regen einige Weltmarktführer im Bereich der Glasherstellung, Glasveredelung und Glasgestaltung vom technischen und handwerklichen Glas bis zur industriellen Produktion.“

Das Arberland gilt als eines der letzten in sich geschlossenen Glaszentren der Welt, die Glasfachschule in Zwiesel ist eine von fünf Glasfachschulen in ganz Deutschland und zieht Schüler aus ganz Europa an, wie stellvertretender Schulleiter Erwin Donnerbauer beim Besuch der Jugendlichen erklärte. Weiter tourten die Jugendlichen zur Glasmanufaktur von Poschinger in Frauenau, zur Zwiesel Kristallglas AG, zum Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck und zur UAS Messtechnik GmbH nach Viechtach. Die zweite Route führte die Teilnehmer zur Glashütte Valentin Eisch in Frauenau, zum IWG Ingenieurbüro Wagenbauer Glasofenbau GmbH in Zwiesel, zur Galerie Ritterswürden in Zwiesel, zur Quioptiq GmbH & Co. KG in Regen und Joska Kristall GmbH & Co. KG in Bodenmais.

Den Jugendlichen wurden dabei ganz traditionelle Ausbildungsberufe wie der Glasmacher, der Glasbläser und der Glasmaler vorgestellt, aber auch innovative Berufe wie der technische Produktdesigner, der Maschinen- und Anlagenführer und der Feinoptiker. Manche Betriebe bieten auch ein duales Studium an. Der Exkurs in die Praxis, bei denen Kugeln geblasen, Maschinen ausprobiert und durch optische Geräte geschaut werden durfte, weckte bei vielen Teilnehmern Interesse auch für ein Praktikum. "Es gibt jetzt zwei Berufe, die mich interessieren würden - es hat mir heute großen Spaß gemacht", bilanzierte Teilnehmer Josef begeistert, der sich gerade für die technische Seite sehr begeisterte. "Ich könnte mir vorstellen, Glasbläserin zu werden, möchte aber eher in den künstlerischen und nicht in den handwerklichen Bereich gehen", äußerte sich Samantha. Asylbewerber Khaled aus Afghanistan will sich bei zwei Netzwerk Glas Betrieben um ein Praktikum bewerben. Regionalmanager Stephan Lang, der zusammen mit Projektassistentin Andrea Kreitmayr für die Organisation der Tour verantwortlich war, zog ein positives Fazit: „Die Jugendlichen konnten heute Glas in seiner ganzen Vielfalt erleben und erfahren, dass die Glasbranche attraktive Karrierechancen bietet.“

Das Netzwerk Glas wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert. Die Ausbildungstour wird auch vom Förderverein Glas finanziell unterstützt. 


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