22.11.2016, 09:38 Uhr

Neue Ära Steininger: „Die Zukunft gestalten“

Foto: SteiningerFoto: Steininger

Steininger will Zwiesel zur innovativsten Stadt machen.

ZWIESEL Seit Franz Xaver Steininger im Jahr 2011 zum Bürgermeister in Zwiesel gewählt wurde, hat in der Stadt eine neue Ära begonnen. Der Streit im Stadtrat wurde härter, unerbittlicher, was oft genug die Schlagzeilen füllte. Im Hintergrund aber baute der Bürgermeister die Stadt um: Es ging um die Bereinigung der Finanzen, um den Abschluss von Projekten, um die Zukunftssicherung.

„Deswegen beschäftige ich mich nicht mit meinen Gegenkandidaten“, sagt er gegenüber dem Wochenblatt. „Und deswegen verzichte ich weitgehend auf den großen Wahlkampf. Was ich in den letzten fünfeinhalb Jahren gemacht habe, kann man nicht in vier, fünf Wochen Wahlkampf packen. Viel wichtiger sind die Ergebnisse, die für jeden sichtbar sind.“

Er sei davon überzeugt, dass die Bürger genau wissen, wo die Schwächen und Stärken der Kandidatinnen und Kandidaten liegen. „Deshalb bin ich überzeugt: Im Wahlkampf ist weniger mehr.“

Wichtiger sei ihm die Bilanz, die er heute, ein paar Tage vor der Wahl ziehen könne. „Man muss einfach sehen, dass der erste Teil meiner Arbeit als Bürgermeister hauptsächlich das Aufräumen und Reparieren war“, macht er deutlich. Zwiesel sei in einer finanziell desaströsen Lage gewesen, zum großen Teil aufgrund von Versäumnissen, die über Jahre gepflegt wurden. Ein Beispiel: Im Zeitraum von 2000 bis 2008 sei die Stadt nicht ihrer Verpflichtung nachgekommen, das Hallenbad-Defizit an die Stadtwerke zu zahlen – was sich auf acht Millionen Euro Zahlungsverzug summierte.

„Es geht aber nicht darum, die Versäumnisse meiner Vorgänger darzustellen“, sagt Steininger. „Schließlich kann ich genug vorweisen, was man als positive Ergebnisse meiner Arbeit betrachten kann.“ So habe er als erstes die Finanzen angepackt: „Was immer Zwiesel an Projekten vorhatte, es scheiterte am Geld“, so Steininger. Deshalb habe er quer durch alle Abteilungen im Rathaus einen 15-Jahres-Plan erstellen lassen: Was muss wann, wo investiert werden?

„Das Ergebnis war einfach: Das Geld würde nicht reichen, um einen Investitionsbedarf von 70 Millionen Euro decken zu können“, macht Steininger deutlich. Aber mit diesem 15-Jahres-Plan kam die Erkenntnis, dass man langfristige Projekte in den Mittelpunkt stellen müsse: „Wir wissen heute, dass wir in zehn Jahren Millionen für die Mittelschule brauchen werden – also fangen wir jetzt damit an, dafür Geld bereit zu stellen.“ Wer langfristig plane, der könne von kurzfristigen Zwischenfällen nicht aus der Bahn geworfen werden. „Die Stadt ist heute strategisch so aufgestellt, dass wir weit vorausdenken und vorausplanen können“, sagt der Bürgermeister.

Diese Planung hat auch zur Entschuldung beigetragen, mit der sich Zwiesel für wichtige Projekte neu rüsten konnte. „Der Neubau eines Feuerwehrhauses war früher in Zwiesel finanziell undenkbar. Jetzt können wir es uns leisten, weil die Finanzierung vorher schon geplant war.“ Darin unterscheide sich seine Politik von der des Vorgängers: „Hätte man früher schon eine vernünftige Strategie gehabt, hätte man das Bad nicht zuschütten müssen.“

Heute sei Zwiesel auf dem besten Weg, sich grundlegend zu wandeln. „Meine Vorstellungen einer Stadt Zwiesel werden sich in den nächsten zwei, drei Jahren als Realität zeigen: Schon 2017 werden die ersten Leerstände am Stadtplatz mit Outlet-Shops gefüllt.“ So viel zum Thema Outlet-Stadtplatz. Am Binderanger werde von der Firma Keilhofer investiert, im Ferienpark werden 156 neue Chalets entstehen, die 165 000 Übernachtungen im Jahr bringen sollen – dort soll ab 2018 gebaut werden.

„Die Abwärtsspirale, in der Zwiesel die letzten 15, 20 Jahre war, ist schon gestoppt, es dreht sich gerade wieder aufwärts“, ist Steininger überzeugt. Die Millionen von Investitionen, die von privater Hand derzeit in Zwiesel getätigt werden, zeigten ihm eines: „Die Investoren glauben an Zwiesel und sehen, dass wir auf dem besten Weg sind, wieder die Stadt im Bayerischen Wald zu werden. Oder anders gesagt: Die Zwieselerinnen und Zwieseler dürfen sich auf die nächsten zwei, drei Jahre freuen.“ Dass der Stadtrat dennoch kein gutes Haar an Bürgermeister Steininger lässt, hat der Rathauschef längst akzeptiert: „Ich bin der Bürgermeister, den die Stadträte nicht wollen. Sie wollen mich loswerden, das ist das Ziel. Ich war damals kein Teil des politischen Systems in Zwiesel, deshalb werde ich bis heute bekämpft.“ Seine Antwort darauf sei einfach: „Sachliche Arbeit, von der ich mich nicht abbringen lasse. Denn es geht sowieso nicht um Sachthemen, wenn gestritten wird, sondern lediglich um meine Person.“

Für ihn zähle heute die geleistete Arbeit, und damit will er die Zwieselerinnen und Zwieseler erreichen: „Ich habe Zwiesel fit gemacht für die Zukunft, die Finanzen bereinigt und auch für die Kinder und deren Ausbildung die Weichen richtig gestellt.“ Er sei schon alleine deshalb die beste Alternative bei der Wahl, „weil ich hochinnovativ bin und Projekte anstoße, die Zwiesel nach vorne bringen. Darauf können die Zwieseler vertrauen: Ich setzte all mein Herzblut dafür ein, dass es der Stadt und ihren Bewohnern gut geht und dass Schaden von der Stadt abgewendet wird.“


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