03.11.2016, 18:06 Uhr

Feierstunde „Ein freiwilliges Ja zur Verantwortung“

Foto: Heiko Langer/ Landratsamt RegenFoto: Heiko Langer/ Landratsamt Regen

3000. Ehrenamtskarte wurde bei Festabend an Helmut Kilian überreicht.

BAYERISCH EISENSTEIN 3003 Ehrenamtskarten hat der Landkreis Regen seit dem Start im Jahr 2012 ausgegeben – und zählt damit gemessen an der Einwohnerzahl zu den Kreisen, die das Ehrenamt besonders nachhaltig unterstützen. Am Montag, 31. Oktober, wurden 65 neue Ehrenamtskarten ausgegeben – darunter auch die 3000. Sie erhielt Helmut Kilian aus Zwiesel, ein wahres Urgestein des Feuerwehrwesens im Landkreis Regen, der zudem als ehrenamtlicher Richter und Schöffe tätig war.

„Das Pflichtgefühl wurde mir in die Wiege gelegt“, sagte Kilian bei der Feierstunde, die in der Arberlandhalle in Bayerisch Eisenstein abgehalten wurde. Schon sein Vater und Großvater seien in der Feuerwehr und als Ehrenamtliche aktiv gewesen. So habe „die Feuerwehr Jahrzehnte meines Lebens geprägt, dafür bin ich vor allem auch meiner Frau und meinen Söhnen sehr dankbar, die mir die Freiräume dafür eingeräumt haben.“

Kilian hielt einen flammenden Appell an alle jungen Leute, sich ebenfalls im Ehrenamt zu engagieren, egal ob bei Feuerwehren, in Vereinen oder anderen Organisationen. Gerade bei der Feuerwehr habe er erfahren, dass es immer eine Genugtuung und Freude sei, helfen zu können. Zudem habe er echte Kameradschaft erlebt und wertvolle Freundschaften über die Grenzen der Region hinaus knüpfen können.

Er selbst weiß wovon er spricht: Bereits im Jahr 1951 trat er der Freiwilligen Feuerwehr in Zwiesel bei und bekleidete bis 1998 wichtige Führungspositionen. 1961 wurde er stellvertretender Kommandant, im Jahr 1974 Kommandant, schließlich stellvertretender Kreisbrandinspektor. Von 1977 bis 1998 war er zudem Kreisbrandrat im Landkreis Regen. Geehrt wurde Kilian für sein Engagement in vielfältiger Weise, unter anderem mit dem goldenen Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten und dem Bundesverdienstkreuz am Bande.

Landrat Michael Adam, der eine kurze Laudatio auf den 3000. Ehrenamtskartenträger hielt, machte deutlich, dass es wohl keinen besseren gebe, dem man diese Jubiläumskarte aushändigen dürfe. Dabei war es Zufall, dass die 3000. ausgerechnet auf Helmut Kilian fiel. „Er ist ein echtes Vorbild nicht nur für die Feuerwehrmänner und -frauen im Landkreis“, so Adam. „Es gibt nur sehr wenige Menschen im Landkreis Regen, die ähnliche Verdienste im Ehrenamt vorweisen können, wie Helmut Kilian“, so der Landrat, der sich damit auch für das jahrzehntelange Engagement des Zwieselers bedankte.

Zur Feierstunde nach Bayerisch Eisenstein waren unter anderem auch Staatsminister Helmut Brunner und Staatssekretär Johannes Hintersberger vom Sozialministerium gekommen. Brunner würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der Ehrenamtlichen in seinem Heimatlandkreis, „alleine die Zahl von 3000 Ehrenamtskarten beweist, dass das Gemeinschaftsleben bei uns intakt ist. Das Engagement vieler unserer Bürger geht über die Pflicht hinaus.“ Besonders erfreut zeigte sich Brunner, dass eine Reihe von jungen Menschen aus dem Landkreis zu den neuen Ehrenamtsträger gehörten, die am Montag in Bayerisch Eisenstein ausgezeichnet wurden.

Staatssekretär Hintersberger stellte in den Mittelpunkt, dass das Engagement von Ehrenamtlichen eine unbezahlbare Leistung für die Gesellschaft sei. „Es ist ein freiwilliges Ja zur Verantwortung, da können wir als Freistaat nicht mehr tun, als nach Wegen zu suchen, aufrichtig Danke zu sagen.“ Die Ehrenamtskarte sei eine Möglichkeit dazu, weil es den Ehrenamtlichen ein wenig von dem zurückgebe, was sie täglich als „Mörtel der Gesellschaft“ in ihrern Vereinen, Musikgruppen, Organisationen und vielem mehr leisten. „Nehmen wir die heutigen Ehrenamtsträger als Motivation für alle jungen Menschen, es ihnen gleich zu tun und sich in unserer Gesellschaft freiwillig zu engagieren.“

Insgesamt wurden am Montagabend 65 Ehrenamtskarten überreicht – die Geehrten kamen aus allen Gemeinden, Märkten und Städten des Landkreises nach Bayerisch Eisenstein. Die Ehrenamtskarten wurden ihnen von Staatssekretär Hintersberger, Minister Brunner, Landrat Adam und den jeweiligen Bürgermeistern an die Zuehrenden übergeben. Anschließend gab es einen gemütlichen Abend mit einem warmen Büffet und zünftiger Musik des Frauenauer Trios Reini, Kurt und Fritz.


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