10.08.2016, 15:11 Uhr

Glaskünstler aus 16 Ländern Kolossale Stimmung bei Zwieseler Glastagen

Foto: Marita HallerFoto: Marita Haller

Glaskünstler aus 16 Ländern kreierten fantastische Glasobjekte – musikalisches Feuerwerk durch Ajeto Dixiland Band.

ZWIESEL Eine kolossale Stimmung herrschte am Freitag bei der Eröffnung der 16. Zwieseler Glastage im Kulturzentrum-Waldmuseum, denn Petr Novotný hatte seine eigene Ajeto Dixiland Band als Gastgeschenk mitgebracht. Sie spielte bereits beim Eintreffen der Gäste, dass schier die Wände bebten.

Begeisterung herrschte auch über die fantastischen Glasobjekte in höchster Qualität von rund 100 anerkannten Künstlern aus 16 Ländern. Viel Lob erhielten die überaus gelungenen Arrangements auf drei Ebenen im Haus. Die Glasobjekte der Verkaufs-Sonderausstellung der tschechischen Künstler integrierten sich hervorragend in die Abteilungen „Steinbruch“ und „Glasveredelung“. Die zahlreich erschienenen Glasfachleute waren voll des Lobes über die hohe Qualität der Ausstellung und so wurden bereits am Eröffnungstag einige Objekte verkauft.

Der offizielle Teil der Veranstaltung wurde durch die Städtische Musikschule mit Lea Uhrmann und mit der Leiterin Irmgard Schaffer ausgezeichnet musikalisch umrahmt. Gerhard Frank, Vorsitzender des Arbeitskreises Glas hatte die Freude eine große Anzahl von Ehrengästen aus dem In- und Ausland zu begrüßen. Seinen besonderen Willkommensgruß und Dank richtete er an Petr Novotný von der Glashütte Ajeto – aus Novy Bor mit seinem Künstlerteam.

„Fast 30 Jahre Zwieseler Glastage sprechen eine deutliche Erfolgssprache. Erneut ist es dem Arbeitskreis Glas in Zusammenarbeit mit der Glasstadt Zwiesel gelungen, renommierte Künstler aus 16 Ländern für diese Veranstaltung zu gewinnen – an die 100 Künstler präsentieren 160  Objekte – sie sind hier oben in beiden Sälen und in der Galerie präsentiert“, freute sich Gerhard Frank und fuhr fort: „Eine große Attraktion der Glastage sind darüber hinaus die begleitenden Sonderausstellungen geworden: Glas aus China, gläserne Waffen, Glasschmuck-Fantasien – das ist nur eine Auswahl an Themen der letzten Jahre. In diesem Jahr ist es uns gelungen, einen der großen Glaskünstler unserer Zeit zu einer Sonderausstellung zu gewinnen. Sie präsentiert Petr Novotný und die Glashütte Ajeto aus Novy Bor, in Nordböhmen, einer Region mit großer Glastradition, aber auch mit besten Aussichten für eine erfolgreiche Zukunft. Die Ausstellung zeigt Werke von Petr Novotný selbst und von vielen international renommierten Glaskünstlern - mit Werken, die in der Glashütte Ajeto gefertigt wurden. Als speziellen Leckerbissen hat Petr Novotný die Ajeto Dixieland Band mitgebracht, in der er auch selber spielt“.

Bürgermeister Franz Xaver Steininger begrüßte die zahlreichen Ehrengäste namentlich und bedankte sich, wie alle anderen Redner auch, bei allen, die zum Gelingen der Ausstellung mit beigetragen haben. Einen besonderen Dank richtete er an die tschechischen Künstler der Sonderschau und an Karin Fuchs vom AK-Glas, die einmal mehr mit immensem Einsatz und mit großer Erfahrung jedes einzelne Objekt hervorragend präsentiert hat. Auch er lobte das Novum, dass die einzigartigen Glasobjekte der Künstler in das Waldmuseumskonzept integriert wurden.

Regierungspräsident Heinz Grunwald meinte begeistert: „Wer jemals die Kunstausstellungen der Zwieseler Glastage besucht hat oder auch nur an einem perfekt gedeckten Tisch Platz genommen hat, spürt: Glas verzaubert. Für Niederbayern ist die Glasherstellung und die Glasverarbeitung mit rund 2000 Beschäftigten auch heute noch sehr bedeutend. Niederbayern kann stolz sein, dass es ein so wichtiger, innovativer Glasstandort ist. Wir haben mit der Glasfachschule in Zwiesel, dem beruflichen Schulungszentrum Vilshofen a.d. Donau und der Sommerakademie Bild-Werk Frauenau hervorragende Bildungsstätten in der Region, die es immer wieder schaffen, neue Glaskünstler und Glashandwerker hervorzubringen. Die Zwieseler Glastage, die heuer übrigens schon zum 29. Mal stattfinden, zählen mittlerweile auch international gesehen zu den bedeutendsten künstlerischen Glaspräsentationen und sie zeigen dabei die ganze Palette traditioneller und moderner Glaskunst“.

Auch die Glasmajestäten Andrea Herzog und Riccarda Kroner bezeichneten die Zwieseler Glastage als eine der bedeutendsten Glaspräsentationen in ganz Deutschland. Stolz waren sie, dass sogar eine Künstlerin aus Argentinien teilgenommen hat. Die Sonderschau „Petr Novotný & Ajeto“ nannten sie das „Herzstück der Verkaufs-Ausstellung“.

Stellvertretender Landrat Willi Killinger schwärmte: „Wieder einmal darf ich mich überzeugen, dass die Glastradition im Bayerischen Wald, die immerhin eine über 700-jährige Geschichte aufweisen kann, auch heute noch weiterlebt. Die Ausstellung zeigt auch, dass Glas Menschen verbinden kann. Die Herkunft der Künstler beweist, dass wir hier eine wirklich international exponierte Ausstellung haben“.

Kulturreferent und Glasfachmann Eberhard Kreuzer ließ in seiner Laudatio die Geschichte des Glases Revue passieren und meinte humorvoll: „Dass der Beruf des Glasmachers durch die Künstlerinnen einmal auch eine weibliche Komponente – Glasmacherin - erfährt, war nicht vorherzusehen. Das rüttelt schon ein wenig an den Grundfesten der einst so männlichen Domäne. Sie können sich in der Ausstellung davon überzeugen, dass die Frauen ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen. Ein Künstler wurde einmal gefragt, wie lange er gebraucht hat das Objekt zu schaffen. Seine Antwort: ‚etwa 40 Jahre. Solange habe ich gebraucht, die Fähigkeiten in mir zu entwickeln‘“. 

Die internationale Glaskunstausstellung mit Verkauf und mit Sonderschau „PETR NOVOTNÝ & AJETO“ ist vom 6. August bis 3. Oktober 2016 täglich von 10 bis 16 Uhr im Kulturzentrum-Waldmuseum zu besichtigen. Informative Prospekte für Glastage und Glasnacht mit Veranstaltungsprogramm gibt es bereits kostenlos in der Touristinfo im Rathaus. In der Ausstellung selbst erhält der Besucher ein Ausstellerverzeichnis.  


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