20.08.2014, 16:36 Uhr

Der neue Hype unter Jugendlichen Vemma - Das leere Versprechen vom großen Geld

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Auf Privatpartys werden derzeit in Bayern Jugendliche als Verkäufer von Energydrinks angeworben. Sie sollen bis zu einer Million verdienen können.

BAYERN Der 26-jährige Amerikaner mit strahlend weißen Zähnen und Gelfrisur erklärt in dem youtube-Anwerbungsvideo der amerikanischen Firma "Vemma", dass er in diesem Jahr eine Million Euro mit einem Energydrink namens "Verve!" verdienen werde. Er hätte nie gedacht, berichtet er begeistert, dass er so jung schon einen BMW fahren würde und ein so schönes Zuhause haben könne.

Auf diese Werbung springen gerade junge Menschen in unserer Heimat im Moment reihenweise an. Die Aussicht, ein Leben lang in der Industrie oder im Handwerk zu "buckeln" ist eben nicht so reizvoll wie jene, ganz schnell mit dem Verkauf eines Energydrinks Millionär zu werden.

Vemma kommt aus Amerika und erinnert sehr stark an die Schneeballsysteme oder auch Pyramidensysteme, wie sie seit Jahrzehnten immer wieder auftauchen. Vemma selbst bestreitet dies jedoch in den Medien. Sie seien ein Affiliate-Marketing-Unternehmen.

Die österreichische Online-Zeitung "Vol.at" zitiert aktuell den Konsumentenschützer Mag. Paul Rusching mit den Worten: “Das Geschäftsmodell trägt eindeutig Züge eines illegalen Pyramidensystems."Mit ein paar einfachen Schritten ließe sich nachrechnen, dass nur ganz wenige an der Spitze der Pyramide daran verdienen können.

Die Jugendlichen sollen den angeblich so gesunden Energydrink unter Gleichaltrige bringen. Sie können ihn verkaufen oder auch einfach verschenken. Angeworben werden die Jugendlichen auf Privatpartys.

Zitat "Vol.at": "Wer 471 Euro bezahlt, erhält mehrere Paletten des Getränks. Das Geld fließe “automatisch” innerhalb kurzer Zeit zurück, sobald auch Freunde in das System einsteigen oder den Energydrink bestellen."

Wie die sich häufenden Beschwerden in der österreichischen AK-Konsumentenberatung belegen würden, sei der Traum vom großen Geld aber schnell geplatzt.

, wie eine Nachfrage des Wochenblattes ergab. Man werde sich jedoch mit dem US-Unternehmen beschäftigen.Die deutschen Verbraucherschützer haben noch keine Erfahrungen mit Vemma gesammelt

Ob mit Kosmetika, Staubsaugern oder Geldanlagen: Der Dumme war bei solchen "gefeierten" Vertriebsmodellen bisher immer derjenige, der sich als Verkäufer anwerben ließ. Es ist schon äußerst zweifelhaft, dass Vemma hier eine Ausnahme bildet ...

"Amerikanische Firma in Bayern auf Dummenfang"

Ein Kommentar von Wochenblatt-Redaktionsleiter Mike Schmitzer:

Diese Masche in ähnlicher Form gibt es schon seit Jahrzehnten und ich kenne keinen, der mit so etwas reich geworden wäre - egal ob Staubsauger, Kosmetika oder Energydrinks. Im Gegenteil die meisten haben persönlich viel Geld verloren und (bei Geldanlagen) sogar noch Familie und Freunde mit hineingerissen. Ich war vor 30 Jahren auch mal bei so einer Veranstaltung, auf der du gepusht wirst und am Ende die Leute auf den Stühlen stehen und euphorisch klatschen. Auch damals ging es schon darum, dass die Spitzenverkäufer mit Autos belohnt werden und innerhalb eines Jahres eine Million verdienen könnten. Jeder kannte angeblich mindestens einen, der schon nach Wochen so viel Geld verdient hat, dass er seinen Job kündigen und sich einen 5er-BMW bestellen konnte. Wer ist schon so dumm und verdient sein Geld als normaler Angestellter? Die Wahrheit ist, dass diese Firmen ausschließlich von eurem Geld leben und von den paar Kröten, die ihr mit dem Verkauf an eure besten Freunde verdient. Ihr werdet feststellen, dass ihr über eure Freunde hinaus keine neuen Kunden hinzugewinnt und ich habe einige Freundschaften in die Brüche gehen sehen, weil man den "nervigen Verkäufer" gemieden hat. Schnell Geld verdienen klingt zwar verlockend aber die Einzigen, die das tun, sind die Leute an der Spitze der "Pyramide" und zwar auf eure Kosten. Also lasst die Finger davon! Und nein: Vemma ist nicht ganz anders und ganz neu, sondern genau die selbe alte Masche mit neuem Anstrich!


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