18.01.2011, 12:57 Uhr

MInisterin Haderthauer überreichte die Auszeichnung Bundesverdienstkreuz für drei Frauen aus dem Landkreis

Drei couragierte Frauen aus dem Landkreis erhielten am Montag das Bundesverdienstkreuz

LANDKREIS ALTÖTTING Kreszenzia Bauer und Ingeborg Vordermaier, beide aus Kirchweidach, wurden von Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer für die langjährige Pflege von Familienangehörigen mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet. Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel bekam das Verdienstkreuz am Bande als Würdigung für ihr vielfältiges bürgerschaftliches Engagement und für die Sanierung des ehemaligen Wasserschlosses Tüßling aus Eigenmitteln.

Während der feierlichen Verleihungszeremonie ging Sozialministerin Christine Haderthauer auf die Verdienste der drei Frauen ein.

Laudatio Kreszenzia Bauer:

„Seit fast 50 Jahren pflegen und betreuen Sie aufopferungsvoll Ihre seit der Geburt schwer behinderte Tochter Siglinde. Durch Ihre langjährige beeindruckende Pflegeleistung haben Sie sich große Verdienste erworben. In den Anfangsjahren der Pflege für Ihre Tochter konnte Ihr Ehemann Sie noch unterstützten. Aber im Jahr 1974 erkrankte er selbst und war anschließend auf den Rollstuhl angewiesen. Sie übernahmen nun neben der Pflege Ihrer Tochter auch noch die Pflege Ihres Ehemanns bis zu seinem Tode im Jahr 2004. Ihre gelebte Nächstenliebe verdient hohen Respekt und besondere Anerkennung. Die erbrachte Leistung und die damit verbundenen enormen physischen und psychischen Belastungen sind für Außenstehende kaum vorstellbar.”

Laudatio Ingeborg Vordermaier:

„Seit Jahrzehnten pflegen und umsorgen Sie liebevoll und mit großem persönlichem Einsatz Ihre schwerbehinderte Tochter Elvira, die mit 18 Jahren an einer Nervenkrankheit erkrankte und deren Gesundheitszustand sich von Jahr zu Jahr verschlechterte. Ihre Tochter sitzt inzwischen seit Jahren im Rollstuhl und benötigt Ihre Hilfe bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens. Obwohl Ihre Tochter an schmerzhaften Verkrampfungen leidet, verbringt sie die Wochentage tagsüber in der Werkstätte für behinderte Menschen, den Altöttinger Ruperti Werkstätten, und wird dort betreut und versorgt. Durch Ihre aufopferungsvolle Pflege ermöglichen Sie Ihrer Tochter den Verbleib in der gewohnten familiären Umgebung. Sie geben ein beeindruckendes Beispiel gelebter Menschlichkeit und Verantwortung.”

Laudatio Stephanie Gräfin Bruges-von Pfuel:

„Durch Ihr breitgefächertes bürgerschaftliches Engagement haben Sie sich große Verdienste erworben. Sie gehören seit dem Jahr 1996 dem Gemeinderat der Marktgemeinde Tüßling an und waren 13 Jahre als ehrenamtliche Richterin am Sozialgericht München tätig. In vorbildlicher Weise tragen Sie seit dem Jahr 2007 zur Findung rechtmäßiger und sachgerechter Entscheidungen am Bayerischen Landessozialgericht bei. Nach dem Tod Ihres Vaters im Jahr 1991 erbten Sie dessen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb mit dem Schloss Tüßling. Hier leisteten Sie bei der Renovierung des ehemaligen Wasserschlosses Tüßling, einem der bedeutendsten Landschlösser Altbayerns, etwas ganz Besonderes. Ihrem ausdauernden Engagement und dem Einsatz beträchtlicher Eigenmittel ist es zu verdanken, dass die grundlegende Sanierung in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt werden konnte. Die Schlossanlage konnte daher in ihrer Gesamtheit in einer Hand, das heißt ohne eigentumsmäßige Aufsplitterung erhalten bleiben. Es ist Ihnen darüber hinaus ein großes Anliegen, Kindern auf der ganzen Welt ein besseres Leben zu ermöglichen, nicht zuletzt weil Sie selbst sechsfache Mutter sind. Sie weisen als ehrenamtliche Botschafterin der SOS-Kinderdörfer seit Jahren immer wieder darauf hin, wie groß das Spektrum der Arbeit der SOS-Kinderdörfer ist. Neben Ihrem Engagement als Schirmherrin der „SOS-Patenwochen“ initiieren Sie mit großem persönlichem Einsatz Veranstaltungen und Aktionen verschiedenster Art zugunsten der SOS-Kinderdörfer. Untrennbar ist Ihr Name auch mit der Aktion „SOS-Kunststück“ verbunden. Durch Ihr vielseitiges Wirken für das Gemeinwohl haben Sie sich weithin großen Respekt und Anerkennung erworben”


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