14.01.2014, 12:33 Uhr

Johannes Althammer hilft helfen Ein Kastler als Ofenbauer in Äthiopien

Johannes Althammer (2.v.l., schwarzes T-Shirt) bei seinem Einsatz in Äthiopien: Mit Muskelkraft werden Ziegel gemacht - aus Lehm, Sand, Kuhdung und Stroh. Foto: ofenmacher.orgJohannes Althammer (2.v.l., schwarzes T-Shirt) bei seinem Einsatz in Äthiopien: Mit Muskelkraft werden Ziegel gemacht - aus Lehm, Sand, Kuhdung und Stroh. Foto: ofenmacher.org

Wie ein Ofenprojekt mit einfachen Mitteln Menschen in Äthiopien gesünder macht

KASTL/ÄTHIOPIEN Hätten Sie gewusst, dass Kochen blind machen kann? Das kann tatsächlich passieren. In Ländern wie Nepal und Äthiopien ist es üblich, in geschlossenen Räumen auf offenem Feuer zu kochen. Innerhalb kürzester Zeit ist so ein Raum dicht eingeraucht. Dieser beißende Rauch erzeugt Augen- und Lungenkrankheiten, viele Menschen werden blind, andere sterben dadurch früh.

„Ich, als Nicht-Äthiopier, bin immer aus dem Raum geflohen, wenn darin gekocht wurde“, berichtet Johannes Althammer (24, Foto oben: schwarzes Shirt). „Der Rauch beißt einfach zu stark in den Augen. Die Köchinnen halten sich in diesen Räumen aber stundenlang auf und haben dabei meist auch noch ihre Kinder auf dem Rücken. Für uns Europäer ist es klar, dass der Rauch ungesund ist, doch dort ist dieses Wissen nicht selbstverständlich.“

Der gebürtige Kastler Althammer – er arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme in Freiburg im Breisgau – hat es sich zusammen mit anderen zur Aufgabe gemacht, diesen Missstand mit relativ einfachen Mitteln zu bekämpfen. Erst im Oktober und den halben November war er als Ofenbauer in Alem Katema in Äthiopien im Einsatz.

„Uns Ofenmacher gibt es seit 2010“, erzählt er. „Seither wurden in Nepal schon mehr als 14000 Öfen gebaut.“ In Äthiopien bilden die Ofenmacher vor Ort Ofenbauer aus. Das dafür nötige Knowhow bringt der ausgebildete Ofenbau-Meister Christoph dort hin. Unterstützt werden die Ofenmacher auch von der Eggenfeldener Ofenbaufirma Brunner.

Während Johannes´ Reise im Oktober und November haben die Ofenmacher Testöfen bei vier Testfamilien gebaut. Diese sollen Rückmeldungen geben, was an dem Ofen noch verbessert werden muss. Mit zum Konzept gehört die Aufklärung der Menschen über die Vorteile der Öfen, um die Nachfrage für die neu ausgebildeten Ofenbauer zu erzeugen.

Die Ofenlösung für Äthiopien besteht ausschließlich aus Lehm, Sand, Kuhdung und Stroh. Aus diesen natürlichen Materialien werden Ziegel hergestellt. Diese werden nur in Form gebracht und getrocknet, das Brennen der Ziegel ist nicht nötig. Der Einsatz dieser Materialien macht die Öfen sehr billig.

Beim Ofenbauen werden auch die Essgewohnheiten des Landes berücksichtig. So ist das Hauptnahrungsmittel der Äthiopier „Injera“, ein Fladenbrot aus der Getreideart Teff, das auf einer speziellen Platte, dem so genannten Met´ab zubereitet wird, die über 60 Zentimeter Durchmesser hat.

Der nepalesische Ofen wäre dafür nicht geeignet. Deshalb hat Ofenbauer Christoph speziell für den Einsatz in Äthiopien einen Ofen entwickelt, der zum Injera-Backen und zum Kochen mit Töpfen geeignet ist.

Was bisher so gut angelaufen ist, soll im kommenden Frühjahr noch forciert werden. Der Kastler Johannes Althammer ist zuversichtlich: „Im Frühjahr werden wir 10 bis 20 Ofenbauer in Alem Katema ausbilden und gleichzeitig entsprechende Aufklärung bei der Bevölkerung betreiben.“

Mehr Informationen zu allen Projekten der Ofenmacher finden Sie im Internet unter www.ofenmacher.org.


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