13.03.2012, 12:16 Uhr

Riesen-Gewinne vorgegaukelt Betrug mit Paysafe-Karten verhindert

Mehrere Unbekannte haben in den letzten Tagen versucht mit Paysafe-Karten krumme Geschäfte zu machen

BRAUNAU Bezirk Braunau

Ein unbekannter Täter versuchte am Freitag, 9. März, um 14 Uhr telefonisch eine 46-Jährige aus dem Bezirk Braunau vom Kauf von acht "Paysafe" Karten zu je 100 Euro zu überzeugen. Er versprach ihr einen Geldgewinn von 149.000 Euro, wenn sie innerhalb der nächsten halben Stunde die Karten besorge und alle PIN-Codes durchgebe. Dies diene dazu, um den Geldtransporter zu bezahlen. Die angebliche Gewinnerin hatte augenscheinlich keine Ahnung von "Paysafe", darum wurde die 37-jährige Betriebsleiterin einer Tankstelle im Bezirk Braunau hellhörig und riet der 46-Jährigen davon ab, den Kauf zu tätigen. Dadurch konnte der Betrug verhindert werden. Laut Zeugenaussage sprach der Anrufer mit deutschem Akzent in hochdeutsch. Der Anrufer gab sich bei weiteren Telefonaten sogar als Mitarbeiter der Schweizer Nationalbank aus und gab an, dass Gespräch nun aufzeichnen zu müssen. Als die Tankstellenangestellte mit der Polizei drohte, wurde das Gespräch sofort vom Anrufer beendet.

Linz und Bezirk Ried

Eine 75-Jährige aus Linz kam am Montag, 12. März, auf die Polizeiinspektion Landhaus, um einen Versuch des schweren Betruges anzuzeigen: Sie bekam per Telefon die Mitteilung, dass sie 130.000 Euro bei einem Gewinnspiel vom 11. Jänner gewonnen habe. Um das Geld zu erhalten, müsste sie 1.000 Euro für die Steuern der Firma Tip 200 überweisen. Dies sollte sie mit Paysafe-Cards machen, wobei sie der Fa. Tip die PIN-Codes weitgeben sollte. Als sie bei einem Elektronik-Fachgeschäft in Linz die Paysafe-Cards erwerben wollte, teilte ihr ein Verkäufer mit, dass es sich hierbei um einen Betrug handeln könnte und sie sollte dies sofort der Polizei melden.

Ein 40-Jähriger aus dem Bezirk Ried wurde am Dienstag, 6. März, um 16.30 Uhr von einer unbekannten männlichen Person mit ausländischem Akzent (vermutlich engl. oder amerik.) angerufen. Er gab sich als Buchhalter der österr. Post AG aus und teilte dem 40-Jährigen mit, dass ein Inkassoantrag in der Höhe von 900 Euro eingelangt sei. Er könne sich die Inkassogebühren in Höhe von 600 Euro sparen, falls er "drei Paysafe-Cards à 100 Euro" erwerbe und ihm danach den PIN-Code mitteilen würde. Dem 40-Jährigen kam die Sache jedoch komisch vor und er erstattete Anzeige.

Die Paysafe-Card ist ein elektronisches Zahlungsmittel für vorwiegend digitale Güter, das nach dem Prepaid-System funktioniert. Der Benutzer erwirbt an einer Verkaufsstelle (z. B. Tankstelle, Kiosk, Post, Lotto-Annahmestelle, Lebensmitteleinzelhandel oder Automat) ein Guthaben, das ihm in Form einer 16-stelligen PIN ausgehändigt wird. Diese PIN wird während des Bezahlvorgangs bei einem Webshop angegeben. Ist das Guthaben der Paysafecard aufgebraucht, wird die jeweilige PIN ungültig und der Benutzer muss bei Bedarf eine neue Paysafecard erwerben. Wenn kein Geld mehr auf der Karte ist, kann auch nichts mehr ausgegeben werden. So kann man selbst Kostenkontrolle ausüben, bzw. auch das Ausgabeverhalten von Kindern und Jugendlichen kontrollieren.


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