20.06.2018, 09:56 Uhr

Gute Nachricht in Sachen PFOA Ab 20. August wird in Kastl das Wasser gefiltert


Der Filter wird derzeit eingebaut. Zwischen den Kastlern und dem Landratsamt herrscht dicke Luft

KASTL/ALTÖTTING. Das wird die Kastler und die Tüßlinger freuen: Ab 20. August wird das Kastler Trinkwasser (und damit auch das der Tüßlinger) gefiltert. Die Aktivkohlefilteranlage wird derzeit, nach Angaben des Kastler Bürgermeisters Gottfried Mitterer, von einer Spezialfirma eingebaut. Damit sollte die Leitwertüberschreitung bei PFOA erst einmal erledigt sein.

Diese positive Entwicklung kommt überraschend, denn vergangene Woche Donnerstag hatte es überhaupt noch nicht so ausgesehen, als gäbe es eine schnelle Lösung des PFOA-Problems. Im Gegenteil: In einer ungewohnt scharf formulierten Pressemitteilung (wir berichteten online) hatte sich das Altöttinger Landratsamt die Gemeinde Kastl „vorgeknöpft“. Das Landratsamt wollte im Mai 2018 die Gemeinde Kastl per Anordnung dazu zwingen, einen Aktivkohlefilter zur Bewältigung der PFOA-Problematik zu installieren. In den Augen des Landratsamtes hatte die Gemeinde Kastl zu zögerlich in Sachen Filter agiert und deshalb eine Zwischenlösung bis Ende August 2018 angeordnet.

Gegen diese Anordnung hatte die Gemeinde Kastl geklagt, was wiederum für Kopfschütteln im Landratsamt sorgte.

Zitat: „Sollte eine solche Klage erfolgreich sein, wird sich das Bemühen des Landratsamtes, dass die Kastler und die Tüßlinger Bürger baldmöglichst PFOA-freies Trinkwasser erhalten, weiter verzögern. Dafür fehlt uns jegliches Verständnis (...).“

Außerdem kritisierte das Landratsamt den Vertragsentwurf der Gemeinde mit der Industrie bezüglich der Kostenübernahme als, so wörtlich, „grottenschlecht“.

Zusage von Marcel Huber änderte alles

Dass der Filter nun doch so schnell installiert wird, liegt vor allem an Staatsminister Marcel Huber. Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Martin Huber hatte er sich mit den betroffenen Bürgermeistern und dem Landratsamt zu einem Gespräch getroffen. Dabei machte Marcel Huber eine Zusage für die Kostenübernahme des Filters durch den Freistaat.

Diese Zusage liegt der Gemeinde Kastl nun schriftlich vor. Sie besagt, dass der Freistaat die Kosten für die Zwischenlösung, die jetzt gebaut wird, voll und ganz übernimmt. Man werde sich aber das Geld vom Verursacher, sprich der Industrie, wieder holen. Die Gemeinde Kastl müsse aber auf keinen Fall finanziell dafür gerade stehen.

Das war für Kastls Bürgermeister Gottfried Mitterer, nach eigenem Bekunden, der Knackpunkt. Deshalb habe die Gemeinde auch gegen die Landratsamtsanordnung geklagt. „Ich wollte verhindern, dass die Gemeinde am Ende auf den Schulden sitzenbleibt und noch nachfolgende Generationen daran knabbern müssen.“ Die Klage gegen die Landratsamtsanordnung sei ohnehin nur zur Einhaltung der Einspruchsfrist erfolgt und man werde im Gemeinderat beraten, ob man diese zurückziehe.

Was jetzt noch ansteht, ist eine vertragliche Einigung mit der Industrie für die dauerhafte Filteranlage, denn das, was ab 20. August passiert, ist nur eine vorübergehende Lösung. Aber auch hier ist Bürgermeister Mitterer guter Dinge, dass das schnell über die Bühne geht.

Zwischen dem Kastler Gemeindeoberhaupt und dem Landratsamt herrscht trotzdem noch dicke Luft, denn Mitterer ist „entsetzt“ über die Äußerungen des Landratsamtes hinsichtlich des Vertragsentwurfs. „Grottenschlecht“ klingt in seinen Ohren doch etwas zu hart.


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