11.05.2018, 11:29 Uhr

Es dauert zu lange Landratsamt drückt bei Kastler Wasserfilter aufs Gas

Foto: maridav/123rf.com (Foto: maridav/123rf.com)Foto: maridav/123rf.com (Foto: maridav/123rf.com)

Nachdem sich der Bau der Aktivkohlefilteranlage hinzieht, ordnet das Landratsamt jetzt eine Übergangslösung an.

ALTÖTTING/KASTL. Das Landratsamt Altötting macht der Gemeinde Kastl und dem Industriepark Gendorf Druck. Am Freitag gab das Landratsamt in einer Pressemitteilung seine Anordnung bekannt, dass die Gemeinde Kastl bis spätestens 31. August 2018 für die Wasserversorgung Kastl (die auch Tüßling versorgt) eine Aktivkohlefilteranlage zur Bewältigung der PFOA-Problematik installiert haben muss. Ursprünglich sollte eine geplante Aktivkohlefilteranlage bis Sommer eingebaut sein. Das ist jetzt aber zeitlich nicht mehr möglich. Jetzt steht die Gemeinde Kastl vor der Aufgabe, eine Übergangslösung zu finden, um das PFOA trotzdem aus dem Wasser zu filtern. Wochenblatt-Informationen zufolge sollen die hohen Bau- und Unterhaltskosten der Filteranlage der Grund für die Verzögerung sein. Es scheint immer noch Diskussionen darüber zu geben, wer diese Kosten übernimmt.

Hier die Pressemitteilung des Landratsamts im Wortlaut:

Die Aufnahme über das Trinkwasser stellte und stellt die wesentliche Ursache für die teilweise deutlich erhöhten PFOA - Blutwerte der Bevölkerung dar. Deshalb wurden Ende 2016 bis auf die Wasserversorgung von Kastl, die auch Tüßling versorgt, alle mit PFOA belasteten Brunnen vom Netz genommen. Wegen der geringfügigen Überschreitung des Leitwertes in Kastl wurde für diese Wasserversorgung eine Übergangsfrist für die Aktivkohlefilteranlage von einem Jahr zugestanden. Diese Frist läuft am 31. August 2018 aus. Diverse Gespräche mit der Gemeinde und aktuelle Informationen vom Industriepark Gendorf haben ergeben, dass die Anlage bis Fristende nicht betriebsbereit sein wird und eine Fertigstellung selbst bis Ende des Jahres nicht garantiert werden kann, obwohl die baurechtliche Genehmigung dazu bereits am 28.11.2017 erteilt wurde.

Deshalb wird das Landratsamt Altötting mit Bescheid anordnen, bis zum 31.08.2018 eine temporäre Aktivkohlefilteranlage zu installieren. Damit wird sichergestellt, dass damit dann auch die letzte Lücke des PFOA - Eintrags in das Trinkwasser im Landkreis Altötting geschlossen wird.

Die Anordnung an die Gemeinde Kastl wird kommende Woche ergehen. Die direkt betroffene Gemeinde Kastl und der indirekt betroffene Markt Tüßling wurden bereits über den Sachverhalt informiert.


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