27.02.2018, 11:35 Uhr

Fedis Krebs ist zurück „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“


Eine ganze Stadt freute sich mit Federico, als er seine Leukämie besiegte. Jetzt ist sie zurück

BURGHAUSEN. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter.“ Eine Freundin hat diesen Satz an Tina Pieretto geschrieben - Federicos Mutter - und sie stimmt zu.

Ganz Burghausen hat mit dem 15-jährigen Federico mitgefiebert, als er im Mai 2016 an Leukämie erkrankte.

Und ganz Burghausen freute sich mit ihm und seiner Familie, als er nach einer Stammzellentransplantation im September 2016 den Krebs überwunden hatte und sein Leben normal weiterleben konnte.

Doch das Schicksal ist ein mieser Verräter und jetzt ist der Krebs zurück.

Bei der Routineuntersuchung nach einem Jahr galt Federico noch als hundertprozentig geheilt. Anfang Februar 2018 erhielt der junge Burghauser dann aber zum zweiten Mal die niederschmetternde Diagnose Leukämie. Jetzt beginnt der Kampf wieder von vorne.

„Wir stehen unter Schock und sind unendlich traurig“, schreibt sich seine Mutter nach der verhängnisvollen Nachricht den Schmerz von der Seele. „Alles sah so gut aus. Ich bin wütend und fühle mich so machtlos. Mir fehlen die Worte um auszudrücken, wie es Fedi geht.“

Sie hoffe, so Tina Pieretto, ihr Sohn sei so stark und zuversichtlich, das alles noch einmal durchzustehen.

Am 16. Februar wurden Federico und seine Mutter im Krankenhaus aufgenommen. „Fedi hatte die erste Chemo und es gut überstanden“, berichtet Tina Pieretto. Und fügt hinzu: „Es fällt mir dieses Mal sehr schwer, mich damit abzufinden. Fedi ist da wesentlich gefasster ...“ Die bisher letzte Nachricht von Fedis Mutter stammt von letztem Donnerstag. Sie erzählt von einer erneuten Chemotherapie, und dass ihr Sohn diese nicht gut überstanden habe.

„Er bekam Fieber, sein Blutdruck ist abgesackt und er hatte Schüttelfrost. Ich hatte furchtbare Angst um ihn.“ Am 1. März soll an dem 15-Jährigen eine erneute Stammzellentransplantation durchgeführt werden. Weil nicht mehr genügend Zeit ist, einen geeigneten Spender zu finden, muss die Mutter als Spenderin fungieren. Die Heilungschancen sind dadurch leider weitaus schlechter als bei einem hundertprozentig passenden Spender, aber Fedis Zustand erfordert diesen Schritt..

„Ich hoffe, Fedi bleibt fit. Und dann können wir nur warten“, schreibt Tina Pieretto. „Das ist das Schlimmste.“ Mut mache ihr der Kontakt zu einem Patienten mit der gleichen Erkrankung, der eine zweite Transplantation erfolgreich überstanden hätte, schließt Tina Pieretto.

Der Fall von Federico Pieretto hatte 2016 in Burghausen eine beispiellose Welle an Mitgefühl und Hilfsbereitschaft ausgelöst (wir berichteten).

Die Maria-Ward-Schule organisierte spontan eine Typisierungsaktion für Fedi, um einen passenden Stammzellen-Spender zu finden. Viele kleine Hilfs- und Spendenaktionen halfen, die Typisierungsaktion zu finanzieren. Dafür verkauften beispielsweise Mitschüler Erdbeeren und Kuchen. Auch zahlreiche Firmen halfen durch eine Spende. Die Typisierungsaktion war ein voller Erfolg: 819 Menschen nahmen daran teil, darunter auch die Fußballprofis des SV Wacker nebst Trainer Uwe Wolf. Federico ist selbst ein großer Fußballfan.

Nach zahlreichen Hochs und Tiefs während der vielen Krankenhausaufenthalte des 15-Jährigen wurde schließlich ein Spender gefunden und die lebensrettende Operation erfolgreich durchgeführt.“

Erstaunlicherweise schaffte Federico es nicht nur, seine Leukämie zu besiegen, er konnte trotz enormer Fehlzeiten in die nächste Klasse vorrücken. Um das zu erreichen, unterrichteten die Lehrer den 15-Jährigen freiwillig am Krankenbett.

Keine Frage: Federico ist eine echte Kämpfernatur. Und wieder hofft ganz Burghausen, dass der Schüler, der so viele Hoffnungen und Träume hat, den miesen Verräter Leukämie erneut besiegen wird.


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