21.02.2018, 10:28 Uhr

Internet-Betrug Besitzer ahnungslos - Ihre Wohnung wurde im Internet inseriert


Ein Burghauser Ehepaar staunte nicht schlecht, als die Interessenten klingelten

BURGHAUSEN. Es klingelt und vor der Haustür steht eine ältere Dame, die sich die inserierte Mietwohnung ansehen möchte. Das Problem ist nur: Die Wohnungsbesitzer wissen überhaupt nichts davon, dass ihre vier Wände gerade übers Internet vermietet werden. So geschehen vor wenigen Tagen im Burghauser Dr.-Nitzsche-Weg.

Bei einem Online-Immobilienportal war ein vollmöbliertes Appartement in Burghausen ausgeschrieben. 65 Quadratmeter für eine Kaltmiete von 400 Euro. Auf den zahlreichen Fotos machte die Wohnung einen sehr guten Eindruck.

Die 58-jährige Christa Huber (Name auf Wunsch geändert) fand das Angebot interessant und wandte sich schriftlich an den Inserenten.

Es meldete sich per E-Mail eine Italienerin, die auf englisch schrieb, dass das Appartement für mindestens zwei Monate und höchstens fünf Jahre zu vermieten sei, mit der Option auf Verlängerung. Die angebliche Besitzerin erklärt, sie würde sich derzeit beruflich in Rom aufhalten und hätte sich deshalb dazu entschlossen, das Appartement in Burghausen zu vermieten.

Christa Huber bekundete ihr Interesse, woraufhin die Inserentin mit weiteren Details herausrückte: Für einen Besichtigungstermin könne sie leider nicht aus Rom anreisen, aber die Schlüssel und der Mietvertrag würden bereitliegen. Sie müsse lediglich eine Monatsmiete von 400 Euro plus 500 Euro Kaution überweisen, dann würden ihr die Schlüssel zugesandt. Sie könne damit das Appartement besichtigen und sich drei Tage überlegen, ob sie es mieten wolle. Anstatt Geld zu überweisen machte sich die 58-Jährige auf den Weg nach Burghausen, um sich das Appartement zumindest von Außen anzusehen.

„Ich habe nicht schlecht gestaunt, als unter der angegebenen Adresse ein schönes Reihenhaus stand. Ich habe geklingelt und die Dame, die mir öffnete, war mindestens genauso verdutzt wie ich.“ Christa Huber ist nicht die erste Interessentin. Zuvor war schon eine Familie aus Waldkraiburg zu einer Besichtigung da. Sie wollte gar nicht glauben, dass hier nichts zu vermieten ist.

Nach dem ersten beidseitigen Schock wandten sich beide Frauen an das Immobilienportal und baten um die Löschung der Anzeige. Christa Huber meldete den Fall außerdem bei der Polizei. Dort wurde sie darüber aufgeklärt, dass diese Masche der Betrüger bereits bekannt ist.

Natürlich erhalten die Mietinteressenten nach Bezahlung des Geldbetrags weder einen Schlüssel zugesandt noch irgendwelche Unterlagen. Stattdessen machen sich die Betrüger mit dem Geld auf und davon. Deshalb bitte Vorsicht bei Wohnungsanzeigen im Internet: Niemals Geld überweisen ohne die Wohnung vorher besichtigt und mit einer realen Person gesprochen zu haben.


0 Kommentare