17.05.2011, 15:38 Uhr

Erfolg nach 4.900 Metern Kirchweidach: 4.900 Meter ins Erdinnere gebohrt

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Geothermie-Bohrung in Kirchweidach stößt auf ein vermutlich ergiebiges und nutzbares Heißwasser-Reservoir

KIRCHWEIDACH Die erste Bohrung auf dem Geothermie-Standort Kirchweidach ist erfolgreich abgeschlossen: 4.900 Meter haben die Experten der Bohrfirma Anger’s Söhne aus dem hessischen Lichtenau den Bohrmeißel in den Untergrund getrieben. Dass sie ihr Weg dabei nicht nur stetig nach unten, sondern auch auf Umwegen zum Ziel führte, zeigt die Länge des Bohrlochs: Knapp fünf Kilometer weit musste man bohren, um schließlich in 3.800 Metern Tiefe auf ein offensichtlich ergiebiges und für die Nutzung zur geothermischen Energiegewinnung sehr gut geeignetes Heißwasser-Vorkommen zu stoßen. „Der Kirchweidacher Untergrund hat es uns in den letzten Wochen nicht immer leicht gemacht“, erinnert GEOenergie Bayern-Geschäftsführer Bernhard Gubo, „aber jetzt ist es geschafft.“ Erste Pumpversuchstests ergaben vier unterschiedliche Förderraten. pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und Fördertemperaturen lassen darauf schließen, dass das Malmwasser unterhalb von Kirchweidach in 3.800 Metern Tiefe den Analysen nach fast Trinkwasserqualität hat. Gubo: „Dies wird den späteren Kraftwerksbetrieb erheblich erleichtern.“ Entscheidend für den nun erzielten Erfolg waren nach Angaben der Ingenieure der GEOenergie Bayern GmbH die überdurchschnittliche Bohrlochstabilität und -sicherheit. Dadurch wurde es möglich, auch die nötigen 1.200 Meter horizontale Bohrstrecke im Malm ohne größere Probleme zurückzulegen. Die von den Geologen prognostizierten Störungs- und Verkarstungszonen konnten angebohrt und erschlossen werden. Es gab sogar mehrmals Bereiche, in denen der Bohrmeißel einige kurze Momente ohne Gegendruck durch kleinere verkarstete Höhlen gefallen sein muss. Der nächste Schritt zur Erschließung der Heißwasservorkommen wurde indes bereits in die Wege geleitet. Am 9. Mai, so Bernhard Gubo, wurde damit begonnen, das Bohrgerät vom ersten Bohrkeller auf einen zweiten zu schieben. Sieben Meter vom ersten Bohrloch entfernt wird nun parallel das zweite Bohrloch in die Tiefe gebracht. „Wir rechnen mit 3 bis 4 Monaten bis unsere zweite Bohrung abgeschlossen sein wird.“ Voraussetzung dafür sei, dass auch diese Arbeiten unfallfrei verlaufen. Bernhard Gubo: „Mit etwas Fortune und wenn Komplikationen ausbleiben, wird auch aus unserem zweiten Bohrloch heißes Wasser in ausreichender Menge und in geeigneter Qualität sprudeln.“ Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass das Geothermiekraftwerk wie geplant um die Jahreswende 2012/13 in Betrieb genommen werden kann. Die Planungen für die zweite Bohrung liefen in den letzten Monaten bei dem verantwortlichen Ingenieurbüro GEOenergie Bayern GmbH aus Regensburg auf Hochtouren. Laut Gubo werden die gewonnenen Erkenntnisse aus der ersten Bohrung direkt für das zweite Bohrloch genutzt.


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