15.11.2013, 14:09 Uhr

Hilfe bei krankhaftem Übergewicht Adipositas-Gruppe Altötting trifft sich

Annemarie Köppelreiter und Adalbert Eder Foto: Christa LattaAnnemarie Köppelreiter und Adalbert Eder Foto: Christa Latta

Wer unter Übergewicht und Adipositas leidet findet hier Ansporn und Beratung - Donnerstagabend in der Kreisklinik Altötting

LANDKREIS ALTÖTTING Annemarie Köppelreiter aus Wasserburg und Adalbert Eder aus Töging haben vor acht Monaten zusammen noch 100 Kilogramm mehr auf die Waage gebracht. Beide leiden seit Jahren unter der chronischen Krankheit Adipositas. Doch beide haben den Kampf gegen ihr krankhaftes Übergewicht aufgenommen und gewonnen.

Ihre letzte Rettung vor Frühverrentung, Bluthochdruck, schwerer Diabetes und einem möglichen zu frühen Tod war eine Operation. Jetzt haben beide einen so genannten Schlauchmagen und damit etliche Kilos verloren. Im Gegenzug haben sie unendlich viel mehr Lebensfreude zurückgewonnen.

Sich dem krankhaften Übergewicht zu stellen – dabei wollen die beiden in der Selbsthilfegruppe Adipositas für den Landkreis Altötting helfen. Das erste Treffen findet am kommenden Donnerstag, 21. November, um 19.30 Uhr im Konferenzraum der Kreisklinik Altötting statt. Unterstützt werden sie vom dortigen Chefarzt Prof. Dr. Dr. med. Michael Kraus. Danach finden die Treffen an jedem dritten Donnerstag im Monat in der Klinik statt.

„Es ist wichtig, dass schwer Übergewichtige von zu Hause rauskommen“, weiß Annemarie Köppelreiter aus eigener Erfahrung. „In der Öffentlichkeit werden Dicke oft gemein gehänselt. In der Gruppe mit uns anderen kann man sich ganz entspannt austauschen und viel Interessantes erfahren.“

Teilnehmen kann jeder – jung und alt und egal ob er nur ein paar Kilo zu viel hat oder sich bereits mit dem Gedanken an eine Operation beschäftigt hat, weil alle Diätversuche gescheitert sind.

Gerade für OP-Willige ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe wichtig, denn das ist eine der Vorgaben, die auf dem Weg zur OP erfüllt werden müssen. Die Gruppe hilft mit ihren Erfahrungen bei den Anträgen an die Krankenkasse und möglichen Ablehnungen und betreut Frischoperierte nach dem Eingriff. Aber auch Fachvorträge, Ernährungsberatung, gemeinsamen Sport und Unternehmungen, einen Stammtisch, und mehr bietet die Gruppe.

„Wir Flauschigen sind ein lustiger Haufen“, meint Annemarie und Adalbert pflichtet ihr bei: „Unsere Gruppe ist locker. Wer dabei sein will, kann kommen, aber auch wieder wegbleiben, wenn es doch nichts für ihn ist.“

Auch die beiden haben nur mit der Kraft und Unterstützung der Gruppe wieder in ein erschlanktes Leben zurückgefunden. Annemarie Köppelreiter wog noch im Januar 167 Kilogramm, litt an einem Lymphödem, musste Medikamente schlucken und sollte mit 43 Jahren in Frührente geschickt werden! Sie hat 45 Kilo verloren, kommt wieder ohne Tabletten aus und kann endlich wieder alles mit ihrer Familie unternehmen und ohne Probleme neue Kleidung einkaufen.

Adalbert Eder (58) wog Anfang des Jahres noch 150 Kilogramm, litt unter Bluthochdruck und schwerer Diabetes. Der Blutzucker ist nach dem Verlust von 55 Kilo fast normal. Seine Kleidergröße schrumpfte von 64 auf 54. „Ich würde diese OP jedem empfehlen“, sagt er. „Das Leben macht jetzt wieder Spaß!“


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