Wall Street

Steigende Corona-Fallzahlen verunsichern US-Investoren

17.08.2021 | Stand 18.08.2021, 10:14 Uhr

Der Händler Thomas Lee arbeitet auf dem Parkett der New Yorker Börse und halt dabei ein Tablet in den Händen.- Foto: Richard Drew/AP/dpa

Steigende Corona-Infektionszahlen die Stimmung an den US-Märkten - die Sieben-Tage-Inzidenz der USA ist auf dem höchsten Stand seit Anfang Februar. Das spiegelt sich auch an der Wall Street wider.

Nach erneuten Kursrekorden zum Wochenauftakt hat die Corona-Pandemie die US-Aktienmärkte am Dienstag unter Druck gesetzt. Hinzu gesellten sich überraschend schwache Daten vom wichtigen Einzelhandel.

Der Leitindex Dow Jones Industrial, der am Vortag in den letzten Handelsminuten ein weiteres Rekordhoch erreicht hatte, büßte 0,79 Prozent auf 35.343,28 Punkte ein.

Der marktbreite S&P 500, der zum Wochenbeginn ebenfalls ein Rekordhoch erklommen hatte, gab um 0,71 Prozent auf 4448,08 Zähler nach. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 0,91 Prozent auf 15.002,83 Punkte abwärts. Der Auswahlindex rutschte vorübergehend auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen und entfernte sich weiter vom Rekordhoch von Anfang August.

In vielen Regionen weltweit steigen die Inzidenzwerte wieder. «In China wurde jüngst ein komplettes Terminal in einem der größten Häfen der Welt geschlossen, nachdem ein Arbeiter positiv auf das Virus getestet wurde», merkte Volkswirt Carsten Mumm von der Bank Donner & Reuschel an. Steigende Inzidenzwerte dämpften die wirtschaftlichen Perspektiven.

Analyst Simon Deeley von der Bank RBC verwies ebenfalls auf steigende Corona-Infektionszahlen in den USA als Belastung für die Stimmung an den Märkten. So sei die Sieben-Tage-Inzidenz dort wegen der ansteckenden Delta-Variante auf den höchsten Stand seit Anfang Februar gestiegen. Anleger setzten daher auf Nummer sicher und kauften US-Staatsanleihen.

Das spiegelte sich in den Kursreaktionen solcher Branchen wieder, die ganz besonders von der Pandemie betroffen sind. Aktien von American Airlines, United Airlines und Delta Air Lines beispielsweise büßten zwischen etwa zwei und drei Prozent ein. Boeing-Papiere verloren als zweitschwächster Titel im Dow drei Prozent. Auch die Papiere von Hotel- und Casinobetreibern sowie von Kreuzfahrtanbietern gerieten unter Druck.

Im Fokus standen ferner die Aktien großer Handelskonzerne nach Quartalszahlen. Im Dow hielten sich die Papiere von Walmart mit einem nahezu unveränderten Kurs noch vergleichsweise gut. Nach einem erfolgreichen zweiten Quartal erhöhte das Unternehmen die Ziele für das Gesamtjahr.

Anders sah die Kursreaktion bei Home Depot aus: Die Papiere fielen am Ende des Dow um 4,3 Prozent. Zwar verzeichnete die Baumarktkette im zweiten Quartal überraschend deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Doch das Wachstum der Erlöse auf dem heimischen Markt blieb hinter den Erwartungen zurück. Zudem traut sich das Management weiter keine Prognose für das Geschäftsjahr zu. Das drückte die Aktien der Baumarktkette Lowe's um 5,8 Prozent nach unten.

Der Euro gab am Dienstag nach und notierte zuletzt auf 1,1713 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1767 (Montag: 1,1772) Dollar festgesetzt. Er kostete damit 0,8498 (0,8495) Euro. Am US-Rentenmarkt gab der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,07 Prozent auf 134,23 Punkte nach. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen betrug 1,265 Prozent.