Tennis-Grand-Slam-Turnier

Zum Glück kommt Wimbledon - Nächste Paris-Blamage für Kerber

30.05.2021 | Stand 30.05.2021, 15:27 Uhr

Michel Euler/AP/dpa

Das war wieder nichts! Für Angelique Kerber sind die French Open wie im Vorjahr schnell vorbei. Gegen eine ukrainische Qualifikantin zeigt die deutsche Nummer eins lange Zeit eine erschreckende Leistung. Nun soll es auf ihrem Lieblingsbelag besser werden.

Mit der nächsten Paris-Blamage ging Angelique Kerber schon relativ routiniert um. Wie schon 2019 und 2020 sind die French Open für die deutsche Nummer eins auch in diesem Jahr bereits wieder vorbei, ehe sie so richtig begonnen haben.

«Natürlich bin ich sehr enttäuscht, aber ich werde trotzdem mit dem Kopf nach oben Paris verlassen», sagte die 33-Jährige nach ihrem 2:6, 4:6 in der ersten Runde gegen die ukrainische Qualifikantin Anhelina Kalinina, bei dem sie über weite Strecken eine indiskutable Leistung gezeigt hatte.

Erschreckend lustlos spulte die frühere Nummer eins der Tennis-Welt ihr Programm im Stade Roland Garros runter. Es hatte den Anschein, als wolle Kerber gerne überall sein, nur nicht auf einem Tennisplatz in Paris. Erst am Ende, als die Partie quasi schon verloren war, steigerte sich die Kielerin ein bisschen und betrieb noch ein wenig Ergebniskosmetik.

Von 0:5 kam sie noch einmal auf 4:5 heran, hatte sogar einen Breakball zum Ausgleich. Doch nach 86 Minuten machte Kalinina ihren Sieg mit dem zweiten Matchball perfekt, der angesichts der schwachen Resultate von Kerber in Paris in den Vorjahren und der überschaubaren Siege in diesem Jahr nicht einmal als riesengroße Überraschung gewertet werden konnte.

Paris und Kerber - das wird keine Liebesbeziehung mehr. Weshalb die dreimalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin den Blick keine Stunde nach dem French-Open-Aus bereits wieder nach vorne richtete. «Zum Glück findet das nächste Grand-Slam-Turnier auf Gras statt», sagte Kerber.

Durch das frühe Aus hat die Schleswig-Holsteinerin nun ausreichend Zeit, um sich auf die Rasen-Saison vorzubereiten. «Auf diese Wochen kommt es in diesem Jahr für mich an. Das ist mein Ziel in diesem Jahr», sagte Kerber mit Blick auf den Höhepunkt in Wimbledon ab dem 28. Juni.

Zuvor wird Kerber an den Rasen-Turnieren in Berlin und Bad Homburg teilnehmen, bei letzterem fungiert sie auch als Veranstalter. «Ich freue mich auf diese Zeit», sagte Kerber, die 2018 in Wimbledon den Titel holte und zwei Jahre zuvor im All England Lawn Tennis and Croquet Club im Finale stand.

Doch auch wenn Kerber Rasen deutlich besser liegt als Sand - die deutsche Nummer eins wird sich erheblich steigern müssen, um im Sommer die erwünschten Ergebnisse erzielen zu können. Schließlich ist sie nun bei beiden Grand-Slam-Turnieren in diesem Jahr gleich zum Auftakt gescheitert. Auch bei den Australian Open war ganz schnell Schluss gewesen.

Gegen Kalinina gelang Kerber so gut wie nichts, ohne jedes Selbstvertrauen unterliefen ihr viele leichte Fehler. «Sie war leider völlig unter Form, hatte wieder die Handbremse drin», sagte Barbara Rittner, Damen-Chefin im Deutschen Tennis Bund, als Expertin im TV-Sender Eurosport. «Das muss sie jetzt schnell abhaken.» Dass Kerber keine Lust auf die French Open gehabt habe, verneinte Rittner aber. «Sie hat hart trainiert in letzter Zeit, viele Matches gespielt. Sie hat sich aber zu sehr unter Druck gesetzt.»

Wie Kerber schied auch Yannick Hanfmann bei den Herren gleich in der ersten Runde aus. Der 29 Jahre alte Karlsruher musste sich dem Schweizer Henri Laaksonen mit 1:6, 3:6, 6:4, 2:6 geschlagen geben.