Europa League

«Stolz aufs Projekt»: Emery triumphiert auch mit Villarreal

27.05.2021 | Stand 27.05.2021, 4:50 Uhr

Maja Hitij/Pool Getty/AP/dpa

Als Außenseiter war Villarreal nach Danzig gekommen. Als Europa-League-Sieger verlässt der Club den Finalort. Trainer Unai Emery macht seinem Ruf als Experte für diesen Wettbewerb alle Ehre.

Während seine Spieler vor Freude Erinnerungsstücke aus dem Tornetz schnitten, genoss Europa-League-Experte Unai Emery den Triumph lächelnd und mit etwas Abstand.

Der Rekordtrainer des FC Villarreal beobachtete die große gelbe Party auf dem Rasen und auf den Rängen und klatschte gelöst in die Hände. «Wir wollten diesen Titel unbedingt – schon die ganze Saison. Und jetzt haben wir ihn», sagte Emery, nachdem er am späten Mittwochabend zum vierten Mal in seiner Trainerkarriere den zweithöchsten europäischen Clubwettbewerb gewonnen hatte. Niemandem gelang das häufiger.

«Es ist unglaublich. Ich kann es nicht mit Worten beschreiben», sagte Torwart Gerónimo Rulli. Der 29 Jahre alte Argentinier war Villarreals Held in einem packenden Elfmeterschießen. Nachdem je zehn Feldspieler beider Mannschaften getroffen hatten, verwandelte er zunächst selbst und parierte dann den Elfmeter von United-Keeper David de Gea. 11:10 (1:1, 1:1, 1:0) hieß es so am Ende im Elfmeterschießen. «Ich hatte noch nie einen glücklicheren Tag als heute», jubelte Rulli.

Als Belohnung für den Finalsieg, der zugleich den Premieren-Titel in der Vereinsgeschichte bedeutete, darf Villarreal in der kommenden Saison in der Champions League spielen. «Ich bin stolz auf dieses Projekt», sagte Emery weit nach Mitternacht. «Jetzt feiern wir», kündigte er an. «Ich werde es genießen und mich dann erholen. Und dann müssen wir uns vorbereiten.»

Der 49-Jährige übernahm das «Gelbe U-Boot», wie Villarreal von seinen Fans genannt wird, vor dieser Saison. Seine vorherigen Arbeitgeber FC Arsenal warf er mit den Spaniern im Halbfinale aus dem Wettbewerb. Genugtuung gegenüber englischen Clubs verspüre er aber nicht, versicherte Emery nach dem Sieg gegen Manchester.

Dessen Trainer Ole Gunnar Solskjaer weiß genau, dass bei den Red Devils nur Titel zählen. «Es ist keine erfolgreiche Saison», sagte er als Fazit trotz fußballerischer Fortschritte seines Teams, eines guten zweiten Platzes in der Liga und dem erreichten Finale. Mit Blick auf den entscheidenden Elfmeter ergänzte er: «So ist das im Fußball. Manchmal entscheidet ein Schuss eine Saison.»

Der 48-Jährige stellte fest: «Wir haben in den 120 Minuten nicht genug gemacht, um zwei Tore zu schießen. Das ist enttäuschend.» Für ihn sei die Niederlage aber auch Ansporn, noch härter zu arbeiten. Stürmer Marcus Rashford sieht das ähnlich. «Es gibt keine Chance, dass das Team aufgibt. Es gibt keine Chance, dass der Trainer aufgibt», sagte er.