WM-Qualifikation

Haaland-Team Norwegen mit Katar-Botschaft

25.03.2021 | Stand 25.03.2021, 9:19 Uhr

Javier Fergo/AP/dpa

Die norwegische Nationalmannschaft hat ihr erstes Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 für eine stille Botschaft zur Menschenrechtslage bei WM-Gastgeber Katar genutzt.

Der neue Kapitän Martin Ödegaard, BVB-Stürmer Erling Haaland und ihre Teamkollegen trugen beim Aufwärmen vor der Begegnung gegen Gibraltar zunächst weiße T-Shirts mit der Aufschrift «Respect - On and off the pitch» (Respekt - auf und neben dem Platz). Später hatten sie bei der Nationalhymne ähnliche Shirts mit dem Schriftzug «Human rights - On and off the pitch» (Menschenrechte - auf und neben dem Platz) an.

Auch der neue Nationalcoach und frühere Kölner Stale Solbakken trug eines der Shirts. «Es geht ein wenig um das, worüber wir gesprochen haben, dass wir einen Fokus auf das legen wollen, was außerhalb des Feldes diskutiert worden ist», sagte er dem norwegischen Sender TV2. «Ich gehe mit gutem Beispiel voran.» Solbakken hatte bereits vor der Partie verraten, dass er und seine Spieler die Katar-Problematik diskutiert und sich auf eine Aktion verständigt hätten. Laut Ödegaard stand die gesamte Mannschaft dahinter. Alle seien sich einig, dass das, was in Katar passiert sei und passiere, nicht gut sei, hatte der offensive Mittelfeldspieler des FC Arsenal gesagt.

Die Debatte über die umstrittene WM-Vergabe nach Katar läuft seit Wochen in Norwegen. Ende Februar hatte eine Reihe von norwegischen Erstliga-Clubs das Nationalteam aufgerufen, die WM im Fall einer Qualifikation zu boykottieren. Der norwegische Fußballverband hält am 20. Juni eine Sonderversammlung zur Frage eines WM-Boykotts ab.

Die Fußball-WM 2022 war 2010 an das reiche Emirat vergeben worden. Das Land steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Nach Recherchen des «Guardian» sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Gastarbeiter aus fünf asiatischen Ländern gestorben. Katars Regierung erklärt hingegen, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Auch Menschenrechtler räumen Fortschritte ein, mahnen aber, die Reformen würden unzureichend umgesetzt.