Emotionales Statement

«Eine Schande»: Neville empört über Super-League-Plan

19.04.2021 | Stand 21.04.2021, 8:23 Uhr

Richard Sellers/PA Wire/dpa

Der ehemalige Fußballprofi Gary Neville hat die geplante Gründung einer europäischen Super League in einem emotionalen Statement scharf verurteilt und auch seinen Herzensclub heftig attackiert.

«Ich bin Manchester-United-Fan, ich bin das seit 40 Jahren - aber ich bin empört, total empört», sagte der 46-Jährige sichtlich bewegt bei Sky Sports nach dem 3:1-Sieg von Man United gegen Burnley. «Das ist kriminell. Das ist ein krimineller Akt gegen die Fans! Das ist eine Schande.»

Die an dem Projekt beteiligten englischen Clubs - neben Manchester United auch der FC Liverpool, Manchester City, FC Arsenal, FC Chelsea und Tottenham Hotspur - würden ihre eigene Geschichte und ihre Fans verraten, meinte der ehemalige Weltklasse-Fußballer. «Das ist reine Geldgier. Das sind Hochstapler», meinte Neville und forderte als einzige Reaktion auf den Vorstoß: «Das sollte verdammt werden!»

Er sei nicht gegen die Modernisierung des Fußballs, aber dieser Plan mitten in der Corona-Pandemie sei wie ein Schlag - und der Zeitpunkt «schrecklich», kritisierte Neville. «In welcher Welt leben diese Leute eigentlich, wenn sie denken, sie können dies zu diesem Zeitpunkt durchziehen?» Er sei keineswegs gegen Geld im Fußball, «aber die Prinzipien und die Ethik sind die eines fairen Wettbewerbs», meinte der frühere Nationalspieler der Three Lions und achtmalige englische Meister mit Man United.

Mit den sechs beteiligten englischen Top-Clubs kannte er keine Gnade. «Zieht ihnen morgen alle Punkte ab! Verbannt sie an das Ende der Liga und nehmt ihnen das Geld weg», forderte Neville und fragte: «Haben sie denn das gottgegebene Recht, dabei zu sein? Ganz ehrlich, die Zeit ist jetzt reif für einen unabhängigen Regulator und diese Clubs» an ihrer Machtbasis zu stoppen. «Genug ist genug!»

Zwölf Top-Clubs aus England, Spanien und Italien wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Super League gründen. Das teilten die Vereine in der Nacht zum 19. April mit. Deutsche Bundesligaclubs haben sich dem Bündnis bislang nicht angeschlossen.