Leverkusen in Dortmund

Bayers Wolf: Terzic hat «jetzt Legenden-Status beim BVB»

21.05.2021 | Stand 22.05.2021, 15:40 Uhr

Thilo Schmuelgen/Reuters-Pool/dpa

Edin Terzic genießt nach dem DFB-Pokalsieg und dem Erreichen der Champions League bei Borussia Dortmund eine ganz besondere Wertschätzung. Das bestätigte auch sein Freund Hannes Wolf.

«Ich habe ja das Ohr an den Leuten», sagte der Trainer von Bayer Leverkusen, der in Dortmund aufgewachsen ist und von 2009 bis 2016 in verschiedenen Funktionen für die Borussia arbeitete: «Er hat jetzt Legenden-Status beim BVB.»

Am Samstag treffen Wolf und Terzic am letzten Saisonspieltag der Fußball-Bundesliga aufeinander. Gleichzeitig ist es für beide das vorerst letzte Spiel als Chefcoach in der Liga. Der auch von anderen Vereinen umworbene Terzic soll wieder Co-Trainer unter Marco Rose werden, Wolf wird nach erfüllter Acht-Spiele-Mission von Gerardo Seoane ersetzt.

Dennoch ist es für den 40-Jährigen «ein Märchen, dass wir jetzt gegeneinander spielen. Wir haben zusammen studiert, haben gemeinsam im Sturm der Uni-Mannschaft Bochum gespielt. Ich habe ihn damals vor der Gruppe sprechen sehen, deshalb habe ich ihn als meinen Co-Trainer bei der A-Jugend zum BVB geholt. Dass wir nun beim Spiel Dortmund gegen Leverkusen am Spielfeldrand stehen, ist eine unglaubliche Geschichte.»

Wolf und Terzic sind auch schon oft gemeinsam in den Urlaub gefahren. «Es ist eine echte Familien-Freundschaft», betonte Wolf: «Auch unsere Frauen würden sich jederzeit ohne uns mit den Kindern treffen.» Terzic hatte erklärt: «Hannes und ich sind fest und eng befreundet, und das wird auch immer so bleiben. Er gehört zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben. Und ich bin unheimlich froh, dass er Teil meines Lebens ist.»

Wolf wird indes nach seiner erfolgreichen Acht-Spiele-Mission aller Voraussicht nach als Jugend-Nationaltrainer zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurückkehren. «100 Prozent gibt es im Fußball nie», antwortete Wolf auf die Frage, ob nach der Leverkusener Entscheidung für den neuen Trainer Gerardo Seoane seine Rückkehr sicher sei: «Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr, sehr, sehr hoch, dass ich bald wieder beim DFB bin. Das war der klare Plan, und da freue ich mich drauf.»

Gegen Bayer hegt er keinen Groll, obwohl er als ernsthafter Kandidat auf eine Weiterbeschäftigung erklärt und die Entscheidung für Seoane nun entgegen der Ankündigung vorzeitig verkündet wurde. «Es war ein sehr guter Zeitpunkt, weil die Ziele geschafft waren», sagte Wolf, der den Einzug in die Europa League sicherte: «Es ist wie besprochen und wie die vertragliche Situation es zulässt. Deswegen ist das für mich überhaupt kein Problem. Ich bin dankbar für die Idee, mich für acht Wochen auszuleihen. Und das ändert sich nicht mit der Entscheidung, dass nächstes Jahr ein anderer Trainer kommt.»

Er empfinde die acht Wochen bei Bayer als «zu 95 Prozent sehr positiv» und insgesamt als «besondere, bereichernde Zeit. Und ich glaube, dass auch viele im Verein es als bereichernde Zeit empfunden haben.» Die fünf Prozent Abzug gebe es dafür, «dass wir vielleicht ein Unentschieden zu viel haben».