Polizei warnt

Wachsam auf den Weihnachtsmarkt: Das sind die Tricks der Taschendiebe

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 15:43 Uhr

Im Gedränge zwischen den Ständen eines Christkindlmarktes haben Diebe oft leichtes Spiel. Monika Skolimowska

Ein Besuch auf dem Christkindlmarkt gehört für viele Menschen zum Advent. Allerdings fühlen sich in der Menschenmenge auch Taschendiebe wohl.



Mit einem blitzschnellen Griff in Taschen und Mäntel bereichern sich Kriminelle meist unbemerkt. Danach verschwinden sie unerkannt im Gedränge. Wie die Polizei betont, werde nur ein minimaler Prozentsatz der Fälle aufgeklärt. Wer die Tricks der Täter kennt, kann sich schützen. Die Polizei gibt deshalb zum Start der Weihnachtsmarkt-Saison praktische Tipps zum Schutz vor Langfingern.

Harald Schmidt, Kriminaloberrat und Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, kennt die Maschen der Taschendiebe. Sie würden sich vor allem als „Anrempler“, „Beschmutzer“ oder falsche Touristen tarnen.

Trick 1: Der falsche Tourist

Bei diesem Trick bittet der Dieb mit Stadtplan in der Hand um eine Wegbeschreibung. Während das Opfer Auskunft gibt, drängt sich zumeist ein Komplize des Täters – vorgeblich, um besser auf die Karte
sehen zu können – nah an das Opfer heran. Da es während seiner Erklärung abgelenkt ist, kann der Dieb unbemerkt in dessen Tasche fassen.

Trick 2: Der Beschmutzer

Beschmutzer hingegen lassen „versehentlich“ ein Getränk auf das Opfer fallen oder beflecken es mit Ketchup oder Senf. Dann bieten die Täter freundlich an, die dreckige Jacke zu säubern. Nebenbei geschieht der heimliche Griff in die Tasche.

Oft arbeiten vier Täter zusammen

Taschendiebe arbeiten laut Polizei meistens in Gruppen, häufig zu viert: Der erste beobachtet die Umgebung, die zweite lenkt das Opfer ab, der dritte stiehlt, die vierte nimmt die Beute an sich und verschwindet in der Menschenmenge. Die Kriminellen würden selten auf frischer Tat erwischt. Denn der ganze Vorgang dauert nur Sekunden - jedenfalls bei geübten Kriminellen. Bei Taschendieben handelt es sich häufig um professionelle Täter, die in ganz Europa agieren.

Die Erfahrung der Polizei zeige, dass einige Eltern nicht davor zurückschrecken, ihre Kinder als Diebe loszuschicken. In den Jungen und Mädchen sehen die Opfer keine Gefahr. Im Jahr 2021 waren 14,5 Prozent (512 Personen) der Tatverdächtigen unter 18 Jahre alt.



Wie Sie sich nach einem Taschendiebstahl verhalten


Diebstahlsopfer, die ihren Verlust erst später bemerken, können normalerweise keine Täterbeschreibung mehr abgeben. So bleiben die meisten Fälle ungelöst. Wird der Dieb hingegen ertappt, kann aber entkommen, sollte man Folgendes tun: Sich Tätermerkmale einprägen, den Notruf 110 wählen, sich um das Opfer kümmern und als Zeuge zur Verfügung stehen. Falls der Dieb nicht rechtzeitig flüchten konnte, dürfen Bürger und Bürgerinnen ihn im Rahmen der sogenannten „Jedermann-Festnahme“ aufhalten und später der Polizei übergeben.

Die Polizei rät Weihnachtsmarktbesuchern, schon im Vorfeld einem Diebstahl vorzubeugen. Dazu sollte man nur soviel Geld oder Karten mitnehmen wie nötig. Wertsachen sollte man verschlossen in den Innentaschen der Kleidung verstauen. Taschen trägt man am besten mit der verschlossenen Seite zum Körper. Die Polizei mahnt im Gedränge zu Wachsamkeit: Wertsachen und Handtaschen oder Rucksäcke sollte man genauestens im Auge haben. Taschendiebe erkenne man laut Polizei oft an ihrem suchenden Blick. Sie sehen den Menschen nicht in die Augen, sondern spähen nach Beute.

Wie die oben genannten und weitere Tricks funktionieren, sehen Sie in diesen kurzen Filmen der Bundespolizei:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/diebstahl/taschendiebstahl/videospots/