Studie

US-Lebenserwartung sinkt wegen Covid - riesige Ungleichheit

25.06.2021 | Stand 25.06.2021, 7:41 Uhr

Lynne Sladky/AP/dpa

Die Lebenserwartung in den USA ist von 2018 bis 2020 insgesamt um fast zwei Jahre gesunken. Besonders extrem sei laut Wissenschaftlern die Entwicklung für Schwarze und Latinos gewesen.

Die Lebenserwartung der US-Bevölkerung ist einer Studie zufolge im Corona-Jahr 2020 um fast zwei Jahre gesunken. Das Forscherteam fand dabei eine riesige Ungleichheit zwischen Schwarzen, Latinos und Weißen.

So fiel die Lebenserwartung von schwarzen Männern demnach auf knapp 68 Jahre - das sei der geringste Wert seit 1998. Weiße Männer liegen demgegenüber bei knapp 75 Jahren. Der Artikel des US-Teams wurde im «British Medical Journal» veröffentlicht.

Insgesamt sank die Lebenserwartung in den USA von 2018 bis 2020 den Wissenschaftlern zufolge insgesamt um 1,87 auf 76,9 Jahre. Besonders extrem sei die Entwicklung für Schwarze und Latinos gewesen, deren Lebenserwartung nach Angaben der Studie jeweils um mehr als drei Jahre zurückging. Die Entwicklung in den USA sei dabei sehr viel drastischer als in 16 ausgewählten, vergleichbaren Industrieländern. Dort liege die Abnahme der durchschnittlich erwarteten Lebenszeit bei etwa 0,22 Jahren - insgesamt liege die Lebenserwartung 4,7 Jahre über der in Amerika.

Als Gründe sehen die Forscher um Steven Woolf von der Virginia Commonwealth University School of Medicine in Richmond dabei grundlegende strukturelle Probleme in den USA: Eine seit Langem anhaltende und sich ausweitende Benachteiligung in der gesundheitlichen Versorgung, «hohe Sterberaten im Jahr 2020 und anhaltende Ungerechtigkeit gegenüber rassischen und ethnischen Minderheiten», seien die Folge politischer Entscheidungen und systemischem Rassismus.