Nun bestätigt

UEFA: München behält alle vier Spiele als EM-Mitgastgeber

23.04.2021 | Stand 23.04.2021, 15:36 Uhr

−Symbolbild: dpa

München bleibt Gastgeber von insgesamt vier Partien bei der Fußball-EM.



Die Europäische Fußball-Union bestätigte am Freitag die bayerische Landeshauptstadt als Ausrichter der drei Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft sowie eines Viertelfinales.







Die Entscheidung sei getroffen worden, nachdem die lokalen Behörden bestätigt hätten, dass bei allen Partien mindestens 14 500 Zuschauer in der Allianz Arena möglich seien, teilte die UEFA mit. In München finden die Partien des Teams von Bundestrainer Joachim Löw gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale statt.



Bayerische Regierung erklärt Einverständnis - aber keine Garantie



Besonders dieses K.o.-Runden-Spiel am 2. Juli hatte bis zuletzt auf der Kippe gestanden, da sich die UEFA an einem anderen Spielort mehr Zuschauer erhofft hatte. Die DFB-Elf würde laut Spielplan aber nur als Gruppendritter zu einem Viertelfinale nach München zurückkehren.



Kurz vor der Entscheidung durch das UEFA-Exekutivkomitee hatte der DFB schon von „positiven Vorzeichen“ berichtet. Die Regierung des Freistaats Bayern habe „ihr Einverständnis mit dem Leitszenario erklärt, das der DFB gemeinsam mit der Stadt München und den zuständigen Ämtern und Behörden in den vergangenen Monaten erarbeitet hat“, teilte der Verband mit. In diesem Szenario wird eine Mindestkapazität von 14.500 Zuschauern für „realistisch“ gehalten.





Trotz der Entscheidung der UEFA für die Stadt München als Spielort der Fußball-Europameisterschaft gibt es seitens der bayerischen Staatsregierung nach wie vor keine Garantie für Zuschauer im Stadion. „Alles ist vorbehaltlich der pandemischen Lage“, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Spiele seien ja erst in rund zwei Monaten und daher müsse dann wie bei allen anderen Dingen vorher geschaut werden, welche Lockerungen möglich seien. „Aber es gibt keine Garantie, dass die Spiele schon jetzt mit Zuschauern geplant werden können“, betonte Herrmann. Gleichwohl begrüße die Staatsregierung die Entscheidung der UEFA und hoffe, dass Spiele mit Fans entsprechend des Hygienekonzepts möglich wären.



Infektionsgeschehen hat im Moment „höchste Priorität“



Auch das Bundesinnenministerium betonte, dass das Infektionsgeschehen im Moment „höchste Priorität“ habe. „Das gilt auch während des Verlaufs der Fußball-Europameisterschaft, wenn sie in München stattfindet. Es wird erst vom Infektionsgeschehen abhängig gemacht werden können, ob die Möglichkeit besteht, Zuschauer ins Stadion einzulassen oder nicht“, sagte ein Sprecher am Freitag noch vor der Entscheidung der UEFA.



Im Gegensatz zu München verlieren Bilbao und Dublin ihre jeweils vier EM-Spiele, die beiden Ausrichter konnten keine Garantien für Zuschauer abgeben. Die in der baskischen Stadt geplanten Partien werden nun in Sevilla stattfinden. Die drei Gruppenspiele, die in Dublin geplant waren, gehen nach St. Petersburg, das nun insgesamt sieben Spiele ausrichtet. Das Achtelfinale geht nach London, dort könnte das deutsche Team spielen, wenn es Zweiter seiner Gruppe wird. Die UEFA hatte die Entscheidung über die München-Frage am Montag noch einmal verschoben, um den deutschen Gastgebern eine weitere Chance für Nachbesserungen einzuräumen. Die bayerische Landeshauptstadt hatte eine feste Zusage für Publikum zuletzt noch verweigert und drei mögliche Szenarien veröffentlicht. Diese reichten von maximal 27 000 Zuschauern bis zu Geisterspielen.



Ungarn will volle Ränge



London, Glasgow, Amsterdam, Kopenhagen, Budapest, Bukarest, St. Petersburg, Baku und Rom hatte die UEFA bereits mit verschiedenen Angaben zu den möglichen Auslastungen der Stadien aufgelistet. Der Münchner Partnergastgeber Ungarn will in Budapest sogar Spiele vor vollen Rängen ermöglichen, auch die britische Hauptstadt London hofft, das Finale am 11. Juli in einem vollen Wembley-Stadion ausrichten zu können. Auswirkungen auf die Vorbereitung von Joachim Löws DFB-Auswahl waren durch die München-Entscheidung zunächst nicht zu erwarten - auch im Falle des EM-Entzugs. Die Nationalmannschaft plant ihr Teamquartier in Herzogenaurach. DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte Mitte März betont, dass „alle Planungen“ auf München ausgerichtet seien - vom nahen Flughafen Nürnberg könne die Mannschaft aber „überall“ hingeflogen werden.

− dpa