Vermeidbares Unfallrisiko

Gefährliche Wasserglätte: Was auf nasser Fahrbahn zu Aquaplaning führt

24.11.2022 | Stand 26.11.2022, 11:44 Uhr

Aquaplaning kann nach Angaben das Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) auf allen Straßen mit erhöhtem oder hohem Wasserstand auftreten. Ein durch Schmutz oder Laub entstandener Schmierfilm vergrößert das Risiko erheblich. −Symbolbild: Hofmann

Von Anna Neulinger

Aquaplaning kann unerwartet entstehen und sehr gefährlich werden. Aber was genau führt auf nasser Fahrbahn zu der Wasserglätte - und wie lässt sich das Unfallrisiko vermeiden? Der ADAC hat Tipps parat.



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Wenn Reifen den direkten Kontakt zur Straße verlieren und auf dem Wasser aufschwimmen geht eine große Gefahr davon aus – sowohl für andere Verkehrsteilnehmer als auch für einen selbst. Wie bei Eisglätte kann das Auto unberechenbar und unbeherrschbar werden- es entsteht ein vermeidbares Unfallrisiko.

Auf der A94 im Landkreis Mühldorf „flog“ beispielsweise ein Tesla regelrecht von der Fahrbahn und in eine angrenzende Böschung. Laut Polizei war er offensichtlich mit einer den Witterungsverhältnissen nicht angepassten Geschwindigkeit unterwegs.

Wie entsteht Aquaplaning?

Aquaplaning kann nach Angaben das Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) auf allen Straßen mit erhöhtem oder hohem Wasserstand auftreten. Ein durch Schmutz oder Laub entstandener Schmierfilm vergrößert das Risiko erheblich. Nichtsdestotrotz kann Aquaplaning durch technische Mängel des Fahrzeuges verursacht oder vergünstigt werden.

Wie lässt sich Aquaplaning verhindern?

Um das Risiko des Auftretens von Aquaplaning zu verringern, empfiehlt der ADAC einige einfach durchzuführende Maßnahmen. Ganz wichtig ist es, die Profiltiefe regelmäßig zu messen oder messen zu lassen. Grundsätzlich gilt: Je mehr Profil vorhanden ist, desto geringer ist das Aquaplaningrisiko.

Auch abgefahrene Sommerreifen sollten frühzeitig ersetzt werden, die Laufrichtungsbindung der Reifen muss geprüft und auf einen angemessenen Reifendruck sollte geachtet werden. Dieser darf weder zu hoch noch zu niedrig sein. Noch dazu ist es empfehlenswert, bereits beim Reifenkauf darauf achten, dass die Reifen gute Nässe-Eigenschaften vorweisen. So neigen breite Reifen eher zu Aquaplaning als schmale Reifen.

Bei starkem Regen und Nässe: Runter vom Gas!

Laut dem ADAC ist es unerlässlich, die eigene Fahrweise den Wetterverhältnissen anzupassen. Bei starkem Regen und Nässe liegt diese deutlich unter Tempo 80, insbesondere für heckgetriebene Fahrzeuge und Fahrzeuge mit älteren Reifen. Um Aquaplaning vorzubeugen, sollte man außerdem das Abblendlicht einschalten und versetzt zu Spurrillen fahren. Dies gilt noch mehr auf mehrspurigen Straßen und auf der rechten Spur.

Wichtige Warnsignale wenn Aquaplaning droht

Es gibt zahlreiche Warnsignale, welche einem das Aquaplaning im Vorfeld signalisieren können. Beobachtet man beispielsweise Gischt- und Wasserschwälle an den Rädern vorausfahrender Fahrzeuge, kann man erkennen, ob sich größere Mengen Wasser auf der Straße befinden. Der ADAC rät außerdem, das Radio leiser zu stellen, um Wassergeräusche und Änderungen der Motordrehzahl frühzeitig zu bemerken. Schwächer werdende Kräfte am Lenkrad sind besonders bei heckgetriebenen Fahrzeugen ein Indiz für auftretendes Aquaplaning. Die Drehzahl des Motors schwankt bei frontgetriebenen Fahrzeugen ohne elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) bei Erreichen der Aufschwimmgeschwindigkeit. Wenn im Fahrzeug ein ESP vorhanden ist, sind Fahrzeugreaktionen und die Kontrollleuchte zu beachten.

Fahrzeug schwimmt auf: Was tun?

Falls das Fahrzeug trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wegen Aquaplaning aufschwimmt, ist folgendes laut ADAC richtig: man sollte das Fahrzeug ausgekuppelt rollen lassen und unter keinen Umständen beschleunigen. Auch Bremsen und Lenken sollte man vermeiden. Noch dazu ist das Lenkrad gerade zu halten, bis die Reifen wieder auf dem Asphalt sind. Bei Automatik-Fahrzeugen kommt hinzu, dass man die Fahrstufe nicht wechseln darf und behutsam vom Gas gehen muss.