Wildschweine in Wäldern teilweise noch radioaktiv belastet

18.04.2021 | Stand 20.04.2021, 20:35 Uhr

Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Bald 35 Jahre ist die Katastrophe in Tschernobyl her. Doch mit den Folgen haben manche Tiere noch immer zu kämpfen.

Fast 35 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl sind Wildschweine in einigen Regionen Bayerns noch immer radioaktiv belastet. Das liegt an den Lebensgewohnheiten der Tiere, wie der Bayerische Jagdverband in einer Pressemitteilung erklärte. Wildschweine suchen im Gegensatz zu anderen Wildtieren einen Großteil ihrer Nahrung im Boden.

Messwerte über dem Grenzwert von 600 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg) seien bei Wildschweinen keine Seltenheit, teilte der Verband weiter mit, der im Freistaat 124 Messstationen betreibt. Mit den Messungen wird verhindert, dass belastetes Fleisch in den Handel gerät. Die kontaminierten Stücke werden fachgerecht entsorgt. Jäger können beim Bundesverwaltungsamt eine Entschädigung beantragen.

Im April 1986 explodierte der Block vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl. Das war die bisher größte Katastrophe in der zivilen Nutzung der Kernkraft. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine wurden gesperrt und Zehntausende zwangsumgesiedelt.

Bei der Explosion gelangten radioaktive Stoffe in die Atmosphäre. Durch Niederschlag und Wind wurden in Bayern insbesondere der Süden, Teile von Schwaben, der Bayerische Wald und auch einige Gebiete in der Oberpfalz und in Oberfranken kontaminiert.