Schank- oder Speisewirtschaft?

Welche Lokale ab sofort innen öffnen dürfen - und welche nicht

08.06.2021 | Stand 08.06.2021, 18:16 Uhr

Im Außenbereich dürfen seit Montag alle Arten der Gastronomie in Bayern öffnen, Schank- und Speisewirtschaften. Die Unterscheidung spielt nur für den Innenbereich eine Rolle. −Symbolbild: Sina Schuldt/dpa

Von Teresa Kaiser

Speisewirtschaften in Bayern dürfen ab sofort ihre Innenbereiche öffnen, Schankwirtschaften nicht. Welche Lokale in welchen Bereich fallen, erklärt das Wirtschaftsministerium auf PNP-Anfrage.



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Welche Regeln gelten seit Montag für die Gastronomie in Bayern?

Grundsätzlich gilt: Im Außenbereich dürfen alle Arten der Gastronomie öffnen, Schank- und Speisewirtschaften. Die Unterscheidung spielt nur für den Innenbereich eine Rolle. Diesen dürfen nur Speisewirtschaften öffnen. „Speisewirtschaften sind neben klassischen Restaurants alle normalen bayerischen Wirtshäuser, in denen man üblicherweise kalte und warme Speisen bekommt, aber auch einfache Imbisse, in denen es Currywurst oder Wiener gibt“, erläutert eine Sprecherin des Ministeriums.



Wo ist der Unterschied zwischen Speise- und Schankwirtschaft?
Die Begriffe Speisewirtschaft und Schankwirtschaft nehmen Bezug auf das Gaststättengesetz. Eine Schankwirtschaft bietet Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle an, eine Speisewirtschaft bietet zubereitete Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle an.



Was zählt als zubereitete Speise?
In der Tat setzt das Gaststättengesetz die Hürde für zubereitete Speisen relativ niedrig an, so die Sprecherin. „Es genügt eine einfache Form der Zubereitung.“ Bietet ein Wirt kalte Leberkäsesemmeln an oder eine Kneipe Fertigpizzen, dann dürfen die Betreiber auch innen öffnen. Nicht ausreichend ist dem Ministerium zufolge aber der Verkauf von abgepackten Fertigprodukten wie Salzstangen, Chips, Fertigsandwiches oder der Verkauf von „nicht zubereiteten Brezen“.

Wenn ein Wirt ab jetzt Wurstsemmeln anbietet, darf er dann innen öffnen?
So einfach ist das nicht. Wichtig wird hier die konkrete Gaststättenerlaubnis: Steht darin ausdrücklich der Begriff Schankwirtschaft, darf der Wirt seinen Innenbereich nicht öffnen. „Wenn er nun Wurstsemmeln anbieten will, muss er eine Änderung seiner Gaststättenerlaubnis beantragen“, so das Ministerium. Geht aus der Bezeichnung in der Gaststättenerlaubnis aber nicht klar hervor, ob es eine reine Schankwirtschaft ist, dann komme es auf das konkrete Angebot an. „In diesem Fall könnte der Wirt zubereitete Speisen anbieten und damit den Innenbereich öffnen.“